Mord-Prozess

17-Jähriger gesteht Tötung des eigenen Vaters

Der Angeklagte ist noch Schüler. Die Tatvorwurf lautet auf Mord. Hinter verschlossenen Türen muss sich das Landgericht Göttingen mit einem blutigen Drama befassen.


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Symbolbild (Foto: picture alliance / Axel Heimken/)

Ein Schüler aus Göttingen hat vor Gericht am Montag die Tötung seines Vaters gestanden. "Der 17-Jährige hat eine mehrstündige geständige Einlassung abgegeben und alle Fragen beantwortet", sagte eine Sprecherin des Landgerichts Göttingen. Der Prozess findet wegen der Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Gymnasiasten Mord vor, er soll seinen 58 Jahre alten Vater, der zuletzt in Kassel lebte, am 21. April dieses Jahres in der Feldmark bei Göttingen mit mehreren Schüssen getötet haben.

Verhandlung nicht öffentlich

Der Vorsitzende Richter Michael Kalde nahm es mit der Nichtöffentlichkeit sehr ernst. Persönlich untersagte er es einem Fernsehteam, Aufnahmen vom Inneren des Verhandlungssaals zu verwenden, die der Kameramann vor Beginn der Hauptverhandlung vom Flur aus durch die geöffnete Tür gedreht hatte. Auf den Bildern wären möglicherweise auch die Halbgeschwister des Angeklagten zu sehen gewesen, die als Nebenkläger auftreten.

Jugendlicher zur Tatzeit erst 16 Jahre alt

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten im Vorfeld der Verhandlung wegen der Jugend des zur Tatzeit erst 16 Jahre alten Schülers kaum Details mitgeteilt. Bekannt wurde, dass das Motiv im innerfamiliären Bereich liegen könnte. Spaziergänger hatten die Leiche des 58-Jährigen in der Feldmark gefunden. Der Jugendliche war bald darauf festgenommen worden. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

Die Jugendkammer hat für den Prozess vorerst sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte nach Angaben der Gerichtssprecherin Ende Oktober verkündet werden.