Wusstet ihr...?

10 Fakten über... Verden

Die "Reiterstadt" Verden liegt unweit der Mündung der Aller in die Weser, etwa 35 Kilometer von Bremen entfernt. Sie zählt rund 27.000 Einwohner. Hier erfahrt ihr zehn Fakten über Verden, von denen ihr bestimmt noch nichts wusstet.


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(Foto: schritt]esser - stock.adobe.com)

Fakt 1: John-Lennon-Denkmal erinnert an Filmdreh in Verden

In Verden befindet sich das einzige John-Lennon-Denkmal Deutschlands. Wie es dorthin gekommen ist? 1966 kam Beatles-Mitglied John Lennon in die Verdener Altstadt, um dort Szenen für den Film "How I Won the War" ("Wie ich den Krieg gewann") zu drehen. Als es 2006 im Deutschen Pferdemuseum in Verden dann eine Sonderausstellung zum 40-jährigen Jubiläum der Dreharbeiten gab, beschloss man, die Beziehung zwischen Lennon und Verden auch dauerhaft nicht in Vergessenheit geraten lassen zu wollen. Seit 2008 findet sich das Denkmal nun am Originalschauplatz in Verden.


Fakt 2: Eine Hochzeit und ein Todesfall - kuriose Tradition in Verden

Im Alter von 20 Jahren starb am 11. Mai 1818 Franz Goldmann nach einem Jagdunfall in Verden. Sein Vater war untröstlich über den Tod seines Lieblingssohnes und er suchte einen Weg, die Erinnerung an ihn wach zu halten. Er stiftete der Stadt 1000 Taler. Diese verpflichtete sich, dafür zu sorgen, dass das Grab jedes Jahr am 10. Mai von einem "unbescholtenen und tugendhaften Mädchen" geschmückt und von ihr ein stilles Gebet verrichtet wird. Bedingung: Das Mädchen muss am Todestag von Franz Goldmann heiraten.
Auch heute, nach fast 200 Jahren, macht sich Verden noch jedes Jahr auf Brautsuche. Wenn sich keine Braut findet, geht das Stiftungsgeld übrigens an die Stadtpflasterkasse.
Für 2018 ist die Stadt noch auf Brautsuche. Wer wird am 11. Mai heiraten und möchte die Tradition am Tag vorher pflegen?


Fakt 3: Die heilendende Wirkung des Verdener Brunnens

Mit "heilendem Wasser" sorgte der "Verdener Brunnen" im 18. und 19. Jahrhundert für Aufsehen. Angeblich trank ein Mann, der an Magenkrämpfen litt, auf einer Wanderung aus der Quelle. Je mehr Wasser er trank, desto besser fühlte er sich. Dieses Ereignis sorgte dafür, dass die Wirkung des Wassers genauer untersucht wurde. Mediziner fanden heraus, dass es unter anderem speziell bei Gicht, Rheuma und Brustbeschwerden helfe. Über die Jahrzehnte fanden immer mehr Kurgäste den Weg nach Verden, zum "Gesundbrunnen". Heute ist der Brunnen größtenteils versiegt und das Wasser mittlerweile ungenießbar.

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Fakt 4: Die Verdener Pferdeäpfel

Pferdeäpfel essen - hört sich eklig an, kann in Verden tatsächlich aber echt lecker sein. Die Konditorei Café Erasmie stellt die gefüllte Süßigkeit aus Baiser, umhüllt mit Schokosplittern, her. Und ja, man könnte sie rein optisch tatsächlich mit dem Original-Pferdeapfel verwechseln...


Fakt 5: Der steinerne Mann am Dom

Sieht man sie, macht sie auf den ersten Blick einen relativ unspektakulären Eindruck: die steinerne Wasserspeier-Figur am Verdener Dom. Spannender ist aber die Sage davon, wie der Mann dorthin gekommen sein soll. Demnach war er ein unehrenhafter Küster, den der Teufel holen wollte. Als Letzterer mit ihm durch die Kirchenwand fahren wollte, blieb der Küster jedoch stecken und wurde zu Stein.


Fakt 6: Traumjob? Testfresser in der größten Heimtiernahrungsfabrik Europas

Wer entscheidet eigentlich, welches Tierfutter auf den Markt kommt? Als menschlicher Testesser wäre man da wohl nicht ganz so geeignet. Deswegen "beschäftigt" der Tierfutterhersteller Mars in seinem "Pet Center" in Verden Hunde und Katzen, die die neuesten Futter-Innovationen probefressen. Die Futterfabrik in Verden gilt mit einer Produktionsmenge von rund 200.000 Tonnen Futter pro Jahr als größte Heimtiernahrungsfabrik Europas. Die Testfresser entscheiden, welches Futter es schließlich in die Supermarktregale schafft. Für drei Jahre wohnen die Tiere im "Pet Center" und bekommen dort nach Angaben von Mars auch umfassende andere Beschäftigungsmöglichkeiten. Danach werden sie zu dauerhaften Besitzern vermittelt. Übringens: "Mars Incorporated" ist neben Whiskas und Pedigree unter anderem auch für die Herstellung von (der Süßigkeit) Mars und Twix verantwortlich.


Fakt 7: Verden in den USA

Verden gibt es nicht nur Mitten in Niedersachsen, sondern auch im US-Bundesstaat Oklahoma. Dort hat es allerdings mit gut 500 Einwohnern eher Dorfcharakter. Wirtschaftlich stützen sich die Bewohner hauptsächlich auf die Landwirtschaft. Verden hat jedoch zum Beispiel auch eine eigene Bank, eine Grundschule und eine High School.


Fakt 8: Verden und Klaus Störtebeker

Rund 1.600 Heringe und 530 Brote werden jedes Jahr drei Wochen vor Ostern auf dem Verdener Rathausplatz verteilt. Warum das Ganze? Anlass ist die "Störtebeker-Spende", auch "Lätare-Spende" genannt. Auch über 600 Jahre nach seinem Tod findet Klaus Störtebeker noch jährlich den Weg zurück nach Verden. Der Seeräuber soll Vermutungen zufolge aus der Region um Verden und Rotenburg stammen und in Verden auch einen seiner vielen Zufluchtsorte gefunden haben. Einen Teil seiner Beute soll er armen und bedürftigen Verdenern überlassen haben. Deswegen habe er bestimmt, dass auch die Stadt Verden in jedem Jahr Salzheringe und Brotlaibe an Bedürftige, Beamte und Geistliche verschenken soll - heute darf jedermann kosten.


Fakt 9: Das erste Strohballenbüro Europas

Das Kompetenzzentrum des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen ist auf den ersten Blick ein ganz normales Haus. Dabei ist es "im Inneren" alles andere als normal: Es besteht zum großen Teil lediglich aus strohballen-gedämmten und mit Kalk verputzten Holzrahmen. Damit hat es eine echte Vorreiterposition: Nirgendwo sonst in Europa gibt es ein vergleichbares Bürogebäude. Und neben den Verdenern freut es auch die Natur: Die Umwelteinwirkungen beim Bau sind um ein Vielfaches geringer als bei herkömmlichen Gebäuden.


Fakt 10: Was Verden mit Schweden verbindet

Verden gehört selbstverständlich zu Deutschland. Doch das war nicht immer so: Durch die im Zuge des sogenannten "Westfälischen Friedens" geschlossenen Verträge ging das Bistum Verden 1648 als "Reichslehen" an das Schwedische Königreich. Der Westfälische Frieden beendete damals den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland. Nachdem Verden zwischenzeitlich in anderem Besitz war, fiel es 1679 wieder zurück an Schweden. Diese Herrschaft hielt bis ins Jahr 1719 an.


Vielen Dank an die Mitarbeiter der Stadt Verden für die Hilfe bei der Suche nach den zehn Fakten und einiges an Bildmaterial!


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