Zugunfall

Zugunglück mit 50 Verletzten - Lange Fehlersuche erwartet

Ein Regionalzug prallt auf offener Strecke gegen einen Güterzug, fast 50 Menschen werden verletzt. Wie es dazu kommen konnte, bleibt in den Stunden nach dem Unfall völlig offen.


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Feuerwehrleute vor dem verunglückten Personenzug in Meerbusch. Foto: Arnulf Stoffel (Foto: Arnulf Stoffel/dpa)

Nach dem Zugunglück mit 47 Verletzten im nordrhein-westfälischen Meerbusch könnte die Fehlersuche noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bis die Untersuchungen abgeschlossen seien und die betroffene Strecke zwischen Neuss und Krefeld wieder freigegeben werden könne, werde es unter Umständen noch Tage dauern, sagte Marcel Winter, Sprecher des Zugbetreibers National Express Rail GmbH, der Deutschen Presse-Agentur.

Bei dem Unfall war am Dienstagabend ein Zug der Regional-Express- Linie 7 von Köln nach Krefeld auf einen stehenden Güterzug von DB Cargo aufgefahren, der auf dem Weg von Dillingen nach Rotterdam war. Dabei wurden nach Angaben der Bundespolizei 41 Menschen leicht verletzt, drei "mittelschwer" und drei weitere schwer.

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Nach dem Zugunglück haben die Bundespolizei und das Eisenbahnbundesamt die Ermittlungen übernommen. "Das ist zum einen völlig normal, zum anderen geschieht es natürlich mit Hochdruck", sagte Jörg Bittner, der Sprecher der Bundespolizei in Düsseldorf. Es sei vollkommen unklar, wann es erste Ergebnisse gebe oder wann die betroffene Bahnstrecke wieder für den Zugverkehr genutzt werden könne. "Es geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit", sagte Bittner. "Es ist uns deshalb zunächst egal, ob die Züge auf der Strecke schon in einer Stunde, morgen oder in einer Woche wieder fahren können."

Bis nach Mitternacht waren die Rettungskräfte mit der Evakuierung des verunglückten Zugs beschäftigt. Eine abgerissene Oberleitung, die den Zug unter Strom setzte, erschwerte die Rettungsaktion zunächst. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit mehr als 200 Einsatzkräften an der Unfallstelle. "Die positive und positivste Nachricht (...) ist, dass niemand sich in Lebensgefahr befunden hat", sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Dies ist offenbar auch dem Lokführer des Regionalzugs zu verdanken: Mit einer Vollbremsung habe er nach ersten Erkenntnissen Schlimmeres verhindert und unter anderem sein eigenes Leben gesichert, sagte der Sprecher von National Express Rail. Bei dem Aufprall war der Lokführer in seiner Fahrerkabine verletzt worden. Er konnte gerettet werden, stand aber unter Schock. Fahrgäste schilderten einen "großen Knall" und eine Vollbremsung.