Warnstreiks

Weder Bus noch Bahn: Warnstreik in Niedersachsens öffentlichem Dienst

In Niedersachsen und Bremen legten am Donnerstag Tausende Beschäftigte im Öffentlichen Dienst ihre Arbeit nieder. Das blieb nicht ohne Auswirkungen.


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 (Foto: picture alliance / Peter Steffen)

Kein Bus, keine Bahn, Behinderungen in Kitas, Sparkassen und an Hannovers Airport: In mehreren niedersächsischen Städten mussten Pendler und Reisende am Donnerstag Behinderungen und Ausfälle im Nahverkehr in Kauf nehmen. Auch in einigen Sparkassen, Bibliotheken und Teilen der städtischen Verwaltung wurde die Arbeit niedergelegt, um in den Tarifverhandlungen mit Bund und Kommunen den Arbeitnehmer-Forderungen Nachdruck zu verleihen. "In Hannover sind weder Bus noch Bahn gefahren, und am Airport kam es zu Behinderungen bei der Abfertigung der Passagiere", so Matthias Büschking von der Gewerkschaft Verdi, die zum Streik aufgerufen hatte.

Dort fielen nach Angaben einer Sprecherin keine Flüge aus. Allerdings meinte sie: "Es kam zu Verspätungen von bis zu einer Stunde und im Abflugsterminal zeitweise zu langen Warteschlangen beim Check-in." Der Streikaufruf sei dort von bis zu 80 Prozent des Abfertigungs-Personals befolgt worden.

Weitere Warnstreiks an diesem Freitag

Insgesamt beteiligten sich nach Verdi-Angaben in Niedersachsen und Bremen rund 9000 Beschäftigte an den Warnstreiks und Kundgebungen, die an diesem Freitag in kleinerem Ausmaß in den Orten Hildesheim, Verden, Alfeld, Bremerhaven, Walsrode und Diepholz fortgesetzt werden sollen.

Schwerpunkt der Kundgebungen waren am Donnerstag die Städte Hannover, der Großraum Braunschweig sowie Bremen, während sie in Lüneburg und Meppen nur auf mehrere hundert Teilnehmer kamen. In Städten wie Hildesheim mussten Eltern oft improvisieren, weil einige Kitas komplett geschlossen waren. Anders als ihre Kollegen in Bremen verzichteten die Beschäftigten des Klinikums der Region Hannover wegen der Grippewelle auf eine Beteiligung am Warnstreik.

Die Gewerkschaft fordert in den laufenden Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. "Wir können den Kuchen nur einmal verteilen", hatte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge zuvor mit Blick auf die Warnstreiks betont. Mädge könne die Forderungen der Beschäftigten nachvollziehen, die Möglichkeiten der Kommunen seien jedoch begrenzt.