Fußballer schwitzen

Trinkbefehl: Die Hitzewelle macht auch den Fußball-Profis zu schaffen

Trinkpausen, Rasensprenger-Einsatz und Wasser-Eimer: Werder Bremen und Eintracht Braunschweig reagieren mit viel Flüssigkeit auf die Hitze. Auch für Profisportler sind die enormen Temperaturen ein Problem.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Die Hitzewelle über Norddeutschland bringt auch die Fußball-Profis an den Rand der Leistungsfähigkeit. "Es ist viel zu warm für einen Fußballer", stöhnte Werder Bremens Profi Milos Veljkovic nach einer harten Trainingseinheit. "Da hilft nur: immer Wasser trinken." Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad unterbrach Werder-Trainer Florian Kohfeldt in den vergangenen Tagen daher die Übungen immer wieder für Trinkpausen.

"Das A und O ist die Flüssigkeitszufuhr, also trinken, trinken, trinken", sagte Professor Dr. Tim Meyer, Sportmediziner der deutschen Nationalmannschaft dem Internetportal fussball.de. Mehr als die vermehrte Flüssigkeitszufuhr gönnt der Bundesligist aus Bremen seinen Spielern nicht. Die üblichen Trainingszeiten um 10.00 und 16.00 Uhr bleiben bestehen. Die Vorbereitung auf die kommende Saison soll durchgezogen werden, Kohfeldt streut auch zum Ende der Einheitend anstrengende Intervall-Läufe ein.

Der Schweiß strömt bei den Werder-Profis, mehr als bei normalen Temperaturen. Bis zu fünf Liter kann ein Fußball-Profi während einer Trainingseinheit an Flüssigkeit verlieren. Neben den Trinkpausen wird in Bremen auch der Rasensprenger als Dusche für zwischendurch genutzt. "Diese kurzen Erfrischungen haben einen Effekt", sagte Sportmediziner Meyer. "Das Wasser verdunstet und produziert, ähnlich wie unser Schweiß, Verdunstungskälte auf unserer Haut."

Auch Eintracht Braunschweig wappnet sich beim Drittliga-Auftakt am Freitag (19.00 Uhr) gegen den Karlsruher SC gegen die Hitze. Bis zu 37 Grad soll es laut Wetterprognosen werden - es droht der heißeste Tag des Jahres. Daher wird es während des Spiels entlang der Seitenlinie einige Wasser-Eimer geben. Ob es eine zusätzliche Trinkpause pro Halbzeit geben wird, "ist noch nicht final geklärt", berichtete eine Eintracht-Sprecherin. Das werde am Spieltag «mit den Schiedsrichtern und dem KSC abgesprochen».

Wie wichtig die Wasserzufuhr ist, zeigte das Beispiel des früheren Braunschweigers Karim Bellarabi: Der 28 Jahre Nationalspieler von Bayer Leverkusen erlitt am Dienstag nach einem Testspiel in Wuppertal einen Kreislaufkollaps und musste die Nacht im Krankenhaus verbringen. "Als Ursache stellten die Ärzte nach umfangreichen Tests und Untersuchungen die hohe körperliche Belastung bei extremer Hitze von deutlich über 30 Grad Celsius fest", teilte der Club mit.

(dpa)