Prozess

Kriegsverbrecher-Prozess gegen mutmaßliche IS-Frau geht weiter

Es ist ein grauenhafter Vorwurf: Eine junge Deutsche soll als IS-Mitglied im Irak dabei zugesehen haben, wie ein fünf Jahre altes jesidisches Mädchen qualvoll verdurstete. Nach einer dreiwöchigen Unterbrechung geht der Aufsehen erregende Prozess in München nun weiter.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Vor dem Oberlandesgericht München geht am Montag der Prozess gegen eine mutmaßliche IS-Anhängerin weiter. Die Bundesanwaltschaft klagt die junge Frau aus Lohne (Kreis Vechta) an, im Irak Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat gewesen zu sein. Der grauenvollste Vorwurf: Sie soll im irakischen Falludscha ein fünf Jahre altes jesidisches Mädchen als Sklavin gehalten und zugesehen haben, wie das Kind, angekettet in praller Sonne, qualvoll verdurstete. Mord durch Unterlassen wirft die Anklage Jennifer W. vor, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Kriegsverbrechen.

Der Prozess war vor rund drei Wochen direkt nach Verlesen der Anklage unterbrochen worden, weil sich inzwischen eine wichtige Zeugin gemeldet hat. Bei ihr soll es sich um die Mutter des kleinen Mädchens handeln, die mitangesehen haben soll, wie ihr Kind starb. Sie tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf, eine ihrer Anwältinnen ist Amal Clooney, die Frau von Hollywood-Star George Clooney. Diese ließ sich zum Prozessauftakt allerdings von einer Kollegin vertreten.

(dpa)