Gifhorn

Christlich-muslimische Kita wird eröffnet

Nach zwei Jahren Planung soll es endlich losgehen. In Gifhorn betreut ab August eine «Zwei-Religionen-Kita» christliche, muslimische und konfessionslose Kinder. Am Donnerstag wird sie eröffnet.


106761247.jpg
 (Foto: picture alliance/dpa)

Mit einer «Zwei-Religionen-Kita» eröffnet Gifhorn eine laut Initiatoren bundesweit einmalige Einrichtung. 15 muslimische, christliche oder konfessionslose Kinder werden dort ab August zusammen betreut. Nach einer rund zweijährigen Planungsphase wird am Donnerstag (16.00 Uhr) die offizielle Eröffnung gefeiert.

Hinter dem Projekt «Abrahams Kinder» stehen die muslimische Ditib-Moschee in Gifhorn, die katholische St. Altfrid-Gemeinde und die evangelische Dachstiftung Diakonie. Schon vor dem offiziellen Beginn erweckt die kleine Kita im beschaulichen Gifhorn großes Interesse. Zur Vorstellung der Räume und des Konzepts werden neben Politikern und Journalisten auch Vertreter anderer Kitas erwartet. «Für die Eröffnung hat sich auch ein Auslandskorrespondent aus Tschechien angekündigt», sagte Projektsprecherin Ingetraut Steffenhagen.

«Ich freue mich auf diese tolle Aufgabe», sagte die Leiterin der Kita, Linda Minkus. Zum Erfolgsrezept gehört für sie, religiöse Zugehörigkeit wahrzunehmen und bewusst zu thematisieren. «Das wird in dieser Einrichtung geschehen», kündigte sie an. Ob die kleine Gruppe zusammen betet oder gemeinsam Gottesdienste feiert, entscheiden die Erzieher. Die ein bis fünf Jahre alten Kinder sollen sich aber in jedem Fall damit beschäftigen, warum die einen Weihnachten, Ostern oder Ramadan feiern – und die anderen eben nicht.

Geplant ist, die verbindenden Elemente beider Religionen in den Kita-Alltag zu integrieren, damit die Kinder beide Kulturen näher kennenlernen können. Vorbild für der Kita war Osnabrück, wo es bereits seit mehreren Jahren eine «Drei-Religionen-Schule» und eine jüdisch-christliche Kindertagesstätte gibt.

(dpa)