Badeverbot

Blaualgen trüben Badespaß an niedersächsischen Seen

Mit den Temperaturen steigt auch das Risiko durch Blaualgenblüten in Badegewässern. Es gibt ein paar Anzeichen, auf die Badegäste achten sollten, um ihre Gesundheit zu schützen.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Sommerhitze und hohe Wassertemperaturen begünstigen derzeit wieder das Auftreten von Blaualgen in den niedersächsischen Badegewässern. Elf Warnhinweise liegen aktuell dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (LGA) vor, hinzu kommt ein Badeverbot am Laascher See (Landkreis Lüchow-Dannenberg). Dort sind massenhaft Blaualgen aufgetreten, die Behörden haben vor einer Woche Verbotsschilder aufgestellt. Wer dort Wasser schluckt, muss mit Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit oder Hautreizungen rechnen.

Anzeichen für vermehrtes Auftreten von Blaualgen

Badegäste sollten immer auf Warntafeln oder auf eine Verfärbung des Wassers achten, rät die Mikrobiologin Katharina Kohls vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (LGA) in Aurich. "Wer in knietiefem Wasser seine Füße nicht mehr sehen kann, sollte dort nicht baden", sagte Kohls am Dienstag. Besonders Kleinkinder, die in flachen Uferzonen spielen, sollten dort kein Wasser schlucken. Tödliche Vergiftungen seien bei Tieren bekannt, die Seen gezielt als Tränke nutzten. Vergangenen Sommer waren mehrere Hunde und Wildtiere in der Umgebung des Tegeler Sees in Berlin durch Blaualgen-Gifte verendet.


Aktuelle Meldungen zum Thema Badeverbot in Niedersachsen findet ihr hier:

Webseite zum Badegewässer-Atlas des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes: www.apps.nlga.niedersachsen.de

Aktuelle Informationen für Badestellen: www.apps.nlga.niedersachsen.de


Blaualgen sind eigentlich Cyanobakterien, die giftige Stoffe bilden können. Das passiert bei längeren Hitzeperioden, aber auch bei anderen Wetterlagen. So kann der Nährstoffgehalt durch landwirtschaftliche Einleitungen steigen, bei Starkregen können ungeklärte Abwässer durch Überschwemmung von Kläranlagen einfließen.

Anzeichen sind eine grünliche oder bläulich-grünliche Wasserfarbe, Schlierenbildung bis hin zu Algenteppichen mit wolkenartiger Verteilung im Wasser. Die örtlichen Gesundheitsämter stellen bei ersten Hinweisen Warntafeln auf und raten zur Vorsicht. Bei gravierenden Fällen wie am Laascher See erfolgt ein Badeverbot.

Seen werden regelmäßig kontrolliert

"Die Situation ist derzeit nicht alarmierend, aber das Gesundheitsrisiko steigt wie in jedem Sommer", sagte Kohls. Die Gesundheitsämter nehmen von Mitte Mai bis Mitte September mindestens alle vier Wochen Proben für Laboruntersuchungen, um den hygienischen Zustand ihrer Badegewässer zu überwachen. Die Ergebnisse werden im Badegewässer-Atlas des Landesgesundheitsamtes veröffentlicht. Dort wird auch beschrieben, wie Bürger die Überwachung eines Badegewässers beantragen können, das nicht von den Landkreisen und kreisfreien Städten kontrolliert wird.

(dpa)