Waffensammler in Hannover

Angeklagte Waffensammler wollen sich zu Vorwürfen äußern

Für welchen Zweck horteten ein 30-Jähriger und sein Vater in Hannover über 50 Waffen? Haben die beiden einen rechtsextremen Hintergrund? Heute geht der Prozess gegen die zwei weiter - die Verteidiger haben Erklärungen angekündigt.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Sie horteten eine Abschussvorrichtung für Panzerfäuste, automatische Maschinenpistolen und diverse weitere Gewehre: Im Prozess gegen zwei Waffensammler wollen die Angeklagten am Montag (11.00 Uhr) im Landgericht Hannover zu den Beschuldigungen Stellung beziehen. Die Anwälte der beiden haben ausführliche Erklärungen angekündigt.

Vor Gericht stehen ein 30-Jähriger und sein Vater. Der Sohn war im März aufgeflogen. Er soll etliche Waffen im Darknet, einem versteckten Teil des Internets, bestellt haben. Die Beamten fanden bei ihm unter anderem 16 Langwaffen, 17 Pistolen, drei Maschinengewehre und die Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust - ingesamt mehr als 50 Waffen. Obendrein wurden über 3000 Schuss Munition, NS-Devotionalien und knapp 100 000 Euro entdeckt, die aus illegalen Quellen stammen sollen.

Die Frage, ob die beiden Waffenbesitzer einen rechtsextremen Hintergrund haben, kam im Prozess bisher nicht zur Sprache. Man habe dafür keine konkreten Hinweise, hatte die Generalstaatsanwaltschaft Celle vor dem Prozess erklärt. Auch ein konkreter Anschlagsplan konnte nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Celle nicht nachgewiesen werden. Videos und Fotos mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten auf dem Computer des Sohnes ließen aber auf dessen Gesinnung schließen.

Der Vater blieb nach der Razzia zunächst auf freiem Fuß, soll dann aber wieder Waffenlieferungen entgegengenommen haben. Im August kam auch er in Untersuchungshaft.

(dpa)