Oscar-Panne

"And the winner is... Ach nee, doch nicht"

"Moonlight" triumphiert als bester Film bei den Oscars. Peinliche Panne: Zunächst wird der falsche Gewinner bekanntgegeben.


Jimmy Kimmel Oscars 2017.jpg
 (Foto: picture alliance / Chris Pizzell)

Die Oscars sind mit einer Riesenpanne zu Ende gegangen. Beim letzten Preis der Gala, der Königkategorie bester Film, wurde zunächst das Musical "La La Land" fälschlicherweise als Gewinner verkündet. Schauspieler Warren Beatty und Schauspielerin Faye Dunaway gaben den Film von Damien Chazelle als Sieger bekannt. Doch dann korrigierte die US-Filmakademie diese Aussage: "Moonlight hat den Preis als bester Film gewonnen."

In der turbulenten Endphase entschuldigte sich Moderator Jimmy Kimmel für diesen Fehler. Beatty erklärte, auf dem Umschlag habe "Emma Stone, La La Land" gestanden, deswegen habe er kurz gestutzt, bevor er den Namen des Filmes vorgelesen habe. Emma Stone war kurz zuvor als beste Hauptdarstellerin geehrt worden. Vermutlich wurden Umschläge vertauscht.

Drei Oscars für "Moonlight", sechs für "La La Land"

"Moonlight" erzählt auf sehr berührende Weise vom Heranwachsen eines jungen Schwarzen. Für das Drama gab es insgesamt drei Oscars, darunter auch für Mahershala Ali als bester Nebendarsteller.

Ryan Gosling Emma Stone Oscars 2017.jpg
 (Foto: picture alliance / Chris Pizzell)

Noch mehr Auszeichnungen gingen an "La La Land". Das nostalgische Werk von Regisseur Damien Chazelle gewann sechs Oscars, darunter in den Kategorien für Regie, Filmmusik und Kamera. Seine Hauptdarstellerin Emma Stone wurde ebenfalls ausgezeichnet. Mit 14 Nominierungen war "La La Land" als großer Favorit ins Rennen gegangen. Chazelle ist mit 32 Jahren der jüngste Regisseur, der je mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Deutsche Nominierte gehen leer aus

Die deutschen Hoffnungen hingegen wurden enttäuscht: Maren Ade ging mit ihrer Tragikomödie "Toni Erdmann" leer aus. Der Auslands-Oscar ging stattdessen an den iranischen Beitrag "The Salesman" von Asghar Farhadi. Auch für den deutschen Dokumentarfilmer Marcel Mettelsiefen und den Komponisten Hauschka gab es keine Oscars.

Als bester Darsteller wurde Casey Affleck für das Drama "Manchester by the Sea" ausgezeichnet. Darin spielt er einen traumatisierten Mann, der nach dem Tod seines Bruders in seine Heimatstadt zurückkehrt.

In den Schauspielerkategorien wurden als beste Nebendarsteller zwei Schwarze ausgezeichnet: Mahershala Ali gewann für seine Leistung in dem Drama "Moonlight". Darin spielt der 43-jährige US-Amerikaner einen Drogenhändler und Ersatzvater für einen jungen schwarzen Heranwachsenden. Bei den Frauen wurde Viola Davis ausgezeichnet. Die 51-Jährige gewann für ihre Leistung in dem Drama "Fences" von Regisseur Denzel Washington, der auch in dem Film selbst die Hauptrolle spielt. Das Drama "Fences" erzählt von einem afroamerikanischen Paar in den USA der 1950er Jahre.

Spitzen gegen Trump

Politische Proteste wie die Rede von Meryl Streep bei den Golden Globes gab es bei diesen Oscars zwar nicht - dafür aber immer wieder Spitzen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. Viele davon gingen auf das Konto des Moderators Jimmy Kimmel: "Ich möchte mich bei Präsident Trump bedanken. Erinnert ihr euch noch an letztes Jahr, als jeder gesagt hat, dass die Oscars rassistisch seien?", sagte Kimmel mit Blick darauf, dass es im vergangenen Jahr viel Kritik an fehlenden schwarzen Nominierten gab.

Meryl Streep Oscars 2017.jpg
 (Foto: picture alliance / Chris Pizzell)

Der iranische Oscar-Gewinner Farhadi war aus Protest gegen Trumps Einwanderungspolitik nicht zur Gala gereist. Stattdessen ließ er eine Stellungnahme verlesen. Darin hieß es: "Wer die Welt in Kategorien von "Wir" und "unsere Feinde" einteilt, schafft Angst. (...) Filmemacher erzeugen Empathie zwischen uns und anderen. Und Empathie ist das, was wir heute mehr brauchen denn je."

Süßigkeiten-Regen

Auch sonst gab es jede Menge Spaß bei der diesjährigen Oscar-Verleihung. Ein Highlight, natürlich, der Süßigkeiten-Regen. Besonders erfreut darüber war Schauspielerin und Sängerin Taraji P. Henson.