Essgarten in Winkelsett

Unkraut und Blumen als Delikatesse: 1200 essbare Pflanzen im Garten

"Das kann man essen?" Das ist eine Frage, die Frits Deemter ziemlich oft hört. In seinem Garten wächst eine der vermutlich größten Sammlungen verzehrfähiger Pflanzen Deutschlands.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Frits Deemter liebt es, seine Gäste zu überraschen. Deshalb serviert er Blumen wie Kamelie oder Taglilien - oder frisch gepflücktes Laub. Regelmäßig lassen der Physiotherapeut und seine Lebensgefährtin Gisela Töllner Gäste in ihrem 4,5 Hektar großen "Essgarten" in Winkelsett nahe Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) Gewächse probieren, die sonst nicht auf der Speisekarte stehen.

Der Essgarten in Winkelsett ist vermutlich eine der bundesweit größten Sammlungen essbarer Sträucher, Gehölze und Blumen. Zumindest hat dem 59 Jahre alten Holländer noch niemand widersprochen, wenn er das behauptet. Über 1200 verzehrbare Pflanzen wachsen dort, darunter so exotische wie Nashibirne, Indianerbanane und Japanischer Rosinenbaum. Aber auch bekannte wie Bambus, Pfirsich und Magnolie.

Auch Unkräuter landen bei Frits Deemter nicht im Abfall, sondern auf dem Teller. Antenne Niedersachsen-Reporterin Sandra Meyer durfte probieren:

Und für alle, die jetzt auch Lust auf ein besonderes Geschmackserlebnis bekommen haben, hat der Pflanzenflüsterer drei Tipps für ein leckeres Essen:

Von Mai bis Oktober bietet Deemter übrigens Gartenführungen an. Demnächst will er seinen Job als Physiotherapeut an den Nagel hängen und sich nur noch seinem Garten widmen.

Rezepte

Oliebollen nach Essgarten-Art

Zubereitungszeit:

45 Minuten, 2 Stunden ruhen lassen

Für 4–6 Personen:

  • 150 g Zieräpfel
  • 2 EL Butter
  • 3 EL Zucker
  • ¼ Bio-Zitrone 500 g Mehl
  • 25 g frische Hefe oder 10 g Trockenhefe
  • 500 ml Milch
  • 4 TL Salz
  • 100 g Rosinen
  • Öl oder Fett zum Frittieren
  • 3 EL Puderzucker

Zubereitung:

Die Zieräpfel waschen, je nach Größe halbieren oder vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Butter erhitzen und die Äpfelchen darin für einige Minuten dünsten, bis sie weich werden. Mit 3 EL Zucker bestreuen und rühren, bis die Äpfel anfangen zu garen. Abkühlen lassen.

Die Schale einer halben Zitrone sehr fein schneiden. Mehl mit Hefe, Milch und Salz in einer Schüssel gut durchrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Die Zieräpfel, Zitronenschale und Rosinen unter den Teig heben, gut durch- mischen. Den Teig 1,5–2 Stunden an einen warmen Ort stellen. Nehmen Sie auf jeden Fall eine größere Schüssel, denn das Volumen verdoppelt oder verdreifacht sich während des Gehens.

Das Öl oder Fett in einem großen Topf oder einer Fritteuse auf maximal 180 °C erhitzen. Eine kleine Probe mit wenig Teig zeigt, ob das Fett heiß genug ist. Mit zwei Löffeln wird der Teig ins Öl gegeben. Einer schöpft den Teig, der andere schiebt ihn kurz über dem Fett in die Flüssigkeit hinein. So spritzt es nicht.

Während des Backens (ca. 6 Minuten) sollten die Oliebollen noch einmal gedreht werden, damit beide Seiten goldbraun werden. Perfekt sind sie, wenn sie außen knusprig und innen locker und luftig sind. Nach dem Frittieren kurz in einem Sieb das überdrüssige Fett abschütteln, zum Schluss mit Puderzucker bestäuben. Die Oliebollen schmecken frisch und warm am besten.

Durchgedrehte Fetthenne – Fingerfood-Schiffchen

Zubereitungszeit:

15 Minuten

Für 4–6 Personen:

  • 12 größere frische Fetthenne-Blätter 50 g Butter
  • 100 ml Cola Ihrer Wahl 50 g geriebene Haselnüsse
  • 2 EL Frischkäse oder Mascarpone
  • 1–2 EL Zucker
  • 2 TL Thymian
  • 12 Minzblätter Chilipulver

Zubereitung:

Die frischen Fetthenne-Blätter waschen und etwaige dunkle Stellen herausschneiden. In einer Pfanne die Butter langsam zerlassen. Cola zugießen und gut mit der Butter vermischen. Haselnüsse dazugeben. Die Masse unter ständigem Rühren bei geringer Hitze eindicken, bis eine breiige festere Struktur entsteht. Abkühlen lassen. Frischkäse oder Mascarpone mit Zucker und Thymian verrühren. Die abgekühlte Haselnussmasse mit einem Löffel auf den Fetthenne- Blättern verstreichen. Mit einem Klecks Frischkäse und den Minzblättern dekorieren. Nach Geschmack mit Chilipulver bestreuen.

Noch mehr leckere Rezepte

Weitere Rezepte aus leckerem, essbarem Unkraut und Blumen gibt's in der untenstehenden Ausgabe des Asphalt-Magazins, dem sozialen Straßenmagazin für Hannover und Niedersachsen zum Download.

Essbares Unkraut und Pflanzen.pdf