Sicherheit geht vor!

Lebensretter Fahrradhelm - Darauf solltet ihr achten

Der Riemen scheuert, der Kopf tut weh und die Frisur ist auch hin. Schuld daran: Der Fahrradhelm! Er ist nicht nur bei Kindern und Jugendlichen ein leidiges Thema, sondern auch bei Erwachsenen. Dabei kann ein Helm vor allem eins: Leben retten! Worauf müsst ihr beim Kauf achten? Wie tragt ihr den Helm richtig? Alle Antworten zum Thema Fahrradhelm findet ihr hier.


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 (Foto: picture alliance / Daniel Bockwo)

Ein Fahrradhelm fungiert bei einem Sturz als eine Art Knautschzone. Er reduziert die Wucht und Energie eines Sturzes. Verantwortlich dafür ist das stoß- und druckfeste Material, aus dem die Innenschale eines Helms besteht: Polystyrol, besser bekannt als Styropor. Bei einem Aufprall staucht es sich zusammen, fängt so Energie ab und kann den Sturz abfedern. Natürlich kommt es nicht nur auf die Innenschale an, sondern auch auf die härtere Außenschale, die meist aus Kunststoff gefertigt ist. Sie schützt euch zum Beispiel vor spitzen Gegenständen. Aber auch Größe und Form spielen eine Rolle: Fahrradhelme haben eine größere Aufprallfläche, als euer Kopf und können die Energie eines Sturzes besser verteilen.

Wovor schützt euch der Fahrradhelm?

Kurz und knapp: Alles, was euer Helm bei einem Sturz aushält, müsste ohne Helm euer Kopf übernehmen. Von Abschürfungen bis hin zu Platzwunden. Bei besonders schweren Unfällen können das auch Schädelbrüche oder Hirnverletzungen sein, die zu bleibenden Schäden oder sogar zum Tod führen können. Dieses Risiko verringert ein Fahrradhelm deutlich: Laut einer 2015 erschienenen Studie der Universität Arizona um rund 60%. Das ist ein klares Pro-Helm-Argument.

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 (Foto: dpa)

Worauf solltet ihr beim Fahrradhelm-Kauf achten?

Am besten kauft ihr euren neuen Helm im Fachhandel. Dort seid ihr auf der sicheren Seite, könnt mehrere Modelle anprobieren und euch beraten lassen. Falls ihr lieber im Internet bestellt, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass der Helm mit dem obligatorischen CE-Zeichen, dem GS-Zeichen und TÜV-Siegel gekennzeichnet ist. Diese Zeichen bestätigen euch, dass der Helm sicherheitsgeprüft ist und alle Richtlinien der EU und Deutschlands erfüllt. Am besten bestellt ihr direkt bei einer Firma mit Sitz in Europa. Denn jeder Helm, der in Europa verkauft wird, muss auch den EU-Richtlinien entsprechen.

Natürlich müsst ihr dann auch selbst die richtige Größe herausfinden. Messt euren Kopfumfang knapp über den Ohren. Liegt ihr zwischen zwei Größen, entscheidet euch für die größere! Wenn ihr den Helm dann ausprobiert, schließt den Kinngurt. Zwischen Riemen und Hals muss ungefähr ein Finger Platz haben. Außerdem sollte trotz Helm genügend Luft an euren Kopf kommen, vergewissert euch also, ob euer Wahlmodell über Belüftungsschlitze oder -löcher verfügt.

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 (Foto: picture alliance / Bernd Thissen)

Taugen Fahrradhelme vom Discounter?

Auch im Discounter werdet ihr keine Fahrradhelme ohne CE-Kennzeichnung finden. Ihr könnt euch also sicher sein, dass auch diese Fahrradhelme etwas taugen. Mehr Geld ausgeben bedeutet nicht gleichzeitig mehr Sicherheit.

Vorteil: Ihr spart eine Menge Geld. Je nach Fahrradladen könnt ihr im Fachhandel Helme ab 39,99 Euro erstehen, aber auch Preise von mehr als 100 Euro sind keine Seltenheit. Im Discounter hingegen gibt es Helme für Erwachsene schon ab 9,99 Euro.

Nachteil: Der Discounter bietet euch kaum fachkundige Beratung. Wie beim Online-Bestellen müsst ihr selbst die richtige Größe herausfinden. Denkt also unbedingt daran, vor dem Discounter-Besuch euren Kopfumfang zu messen.

Generell gilt: Ob vom Discounter oder aus dem Fachhandel das Material eurer Helme wird mit der Zeit durch Schweiß und UV-Strahlen spröde. Ihr solltet euren Helm dementsprechend nicht länger tragen, als die maximale Nutzungsdauer empfiehlt, die in der Anleitung steht. Falls es keine Angaben gibt, besser nach spätestens fünf Jahren den Helm austauschen. Nach einem Sturz gilt: Sofort einen neuen Helm kaufen, selbst wenn der alte keine sichtbaren Schäden hat.

Braucht ihr für eure Kinder einen anderen Fahrradhelmtypen?

Der Helmtyp ist abhängig davon, wen er schützen soll. Kinderhelme haben beispielsweise eine andere Form, als die für Erwachsene. Sie umschließen den Kinderkopf regelrecht: Sowohl die Stirn, als auch der Hinterkopf und die Schläfen sind bedeckt. Helme für Jugendliche haben meist eine vorstehende Krempe, die vor Frontalunfällen schützen soll. Für Erwachsene gibt es unterschiedliche Helmtypen: Ob für das Mountainbike, das BMX oder das Rennrad. Dem Alltagsfahrer sollte allerdings ein schlichtes Modell ausreichen.

Eine einfache Bedienung und komfortable Innenpolster sind genauso wichtig, wie ein möglichst geringes Gewicht. Ist der Helm zu schwer, drohen euch Rücken- und/oder Nackenschmerzen. Maximal sollte euer Fahrradhelm 500g wiegen. In manchen Innenpolstern und Riemen können leider Schadstoffe enthalten sein. Um dieses Problem zu umgehen, lest euch vor dem Kauf verschiedene Testergebnisse durch, zum Beispiel von Stiftung Warentest, TÜV, Ökotest oder dem ADAC. Hierbei ist auch das TÜV-Siegel wieder ein guter Indikator.

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 (Foto: pa/obs/ADAC)

Warum solltet ihr einen Fahrradhelm tragen?

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 (Foto: picture-alliance/ dpa-infografik)

Nicht nur eure eigene Sicherheit ist wichtig, sondern auch die eurer Kinder. Tragt ihr beim Radfahren immer euren Helm, seid ihr für euren Nachwuchs ein gutes Vorbild. Wenn die Kinder dann zu Jugendlichen werden, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie die selben faulen Ausreden benutzen, wie manch ein Erwachsener: "Meine Haare sitzen dann nicht mehr" oder "Ein Fahrradhelm ist uncool" müsst ihr euch dann vielleicht nicht anhören.