16. November 2020 –

Fragen und Antworten

Fragen und Antworten zum Corona-Impfstoff

Erst elektrisiert der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech die von der Corona-Pandemie geplagte Welt. Nun legt der US-Konzern Moderna nach: Auch sein Vakzin scheint einen stabilen Schutz vor Covid-19 zu verleihen. Wir beantworten euch wichtige Fragen zum Corona-Impfstoff.

Foto: picture alliance/dpa

Ab wann wird es einen Impfstoff gegen SARS-CoV-19 geben?

Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) könne es erste sichere und wirksame Impfstoffe, die vor COVID-19 schützen, ab Anfang 2021 geben. Weltweit wird an der Entwicklung mehrerer Impfstoff-Typen gearbeitet. Am 09. November hatte bereits der Mainzer Hersteller Biontech zusammen mit dem US-Konzern Pfizer bekanntgegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten soll. Mit dem US-Pharmakonzern Moderna hat am Montag, 16. November, ein weiterer für Europa relevanter Hersteller vielversprechende Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt. Der Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, hieß es in einer Mitteilung von Moderna am Montag.

Können wir uns bald vom Tragen des Mund-Nasen-Schutzes verabschieden, da demnächst der Impfstoff kommt?

Leider nein. Glaubt man den Experten, dann werden wir auch nächstes Jahr noch komplett mit Abstand und Maske unterwegs sein. Grund dafür ist die Tatsache, dass, auch wenn der Impfstoff zugelassen wird, noch längst nicht alle Menschen direkt geimpft sind. Da die ganze Welt auf den Impfstoff wartet, wird es für uns in Deutschland auch erstmal nur einen Teil davon geben. Sobald es in Deutschland genügend Impfstoffe gibt, wird es vom zeitlichen Ablauf her noch dauern, bis genügend Menschen geimpft sind.

Für wen wird die COVID-19-Impfung empfohlen?

Laut RKI werden bei einer vermutlich eingeschränkten Verfügbarkeit des Impfstoffes zu Beginn wahrscheinlich Menschen mit einem besonderen Infektionsrisiko (z.B. medizinisches Personal) oder Personen mit dem Risiko für einen schweren Verlauf (z.B. Patienten mit Grunderkrankungen) den Impfstoff zuerst angeboten bekommen. Eine genaue Empfehlung ist noch nicht bekannt.

Muss man wegen eventueller Nebenwirkungen Angst haben?

Aktuell heißt es, dass im Moment bei den knapp 44.000 Menschen, an denen man den Stoff getestet hat, bislang keine schweren Nebenwirkungen entdeckt wurden. Doch Experten sagen auch, dass es abschließend noch zu wenig Erfahrungen gibt, um schwere Nebenwirkungen komplett ausschließen zu können. Vor allem Langzeitfolgen können noch nicht abgeschätzt werden. Doch bevor ein Impfstoff überhaupt zugelassen werden kann, muss recht klar sein, dass dieser weitestgehend sicher ist.

Wie läuft eine Impfstoff-Zulassung ab?

Jeder Impfstoff durchläuft drei Phasen: In der ersten Phase wird der Impfstoff an wenigen Freiwilligen getestet, um vor allem die richtige Dosis zu finden. In der zweiten Phase wird der Impfstoff einer größeren Gruppe verabreicht. Dadurch wird das Ergebnis verfeinert und es wird vor allem auch auf Nebenwirkungen geachtet. In der dritten Phase wird der Impfstoff mehreren tausend Personen verabreicht, um die bisherigen Ergebnisse in der Breite zu überprüfen. Wenn das gut geht, kann es eine Impfstoff-Zulassung geben. Normalerweise dauern die Phasen 1 bis 3 mehrere Jahre. Beim Corona-Impfstoff ist diese Phase allerdings deutlich kürzer und es könnte bereits im November eine Notzulassung in den USA für den Impfstoff von Biontec und Pfizer geben.

Warum wird der Impfstoff in Impfzentren verabreicht?

Deutschlandweit soll es über 60 Impfzentren geben. In Niedersachsen laufen dafür im Moment die Vorbereitungen auf Hochtouren. Daneben soll es aber auch einige mobile Teams geben. Da BNT162b2, so heißt der Corona-Impfstoff, unter bestimmten Bedingungen gelagert werden muss, wird es die Impfung nicht beim Hausarzt geben. U.a. muss der Impfstoff immer unter etwa Minus 80 Grad gehalten werden.

Wie kann ich mich zusätzlich gegen COVID-19 schützen?

Durch das Einhalten der allgemein geltenden Hygiene- und Abstandsregeln kann eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt bzw. verhindert werden. Wichtig hierbei ist die sogenannte AHA-Regel: Abstand halten, Hygiene beachten (regelmäßig für 20-30 Sekunden die Hände mit Seife waschen) und Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen. Daneben wurde die AHA-Regel noch um zwei weitere Buchstaben erweitert: L und A bzw. C. Sie stehen für "Lüften" (L) und "App benutzen" (A) bzw. für die Corona-Warn-App (C).

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