05. Januar 2021 – Lea Biskup

Coronavirus

Diese Corona-Regeln gelten in Niedersachsen ab 10. Januar

Bund und Länder haben beschlossen, den bundesweiten Lockdown bis Ende Januar zu verlängern. Welche Regelungen in Niedersachsen ab 10. Januar gelten sollen sowie Fragen und Antworten zu den neuen Beschränkungen findet ihr hier.

Foto: picture alliance/dpa

Der bundesweite Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert. Ziel ist es nach wie vor, die Infektionsketten wieder nachvollziehen zu können. Demnach bleiben zum Beispiel die meisten Geschäfte, Restaurants, Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen weiter geschlossen. Zusätzlich werden auch Betriebskantinen geschlossen und Bund und Länder appellieren an die Arbeitgeber, (weiterhin) das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Dadurch soll auch eine Entlastung des öffentlichen Personennahverkehrs ermöglicht werden. Es gilt, Kontakte auf ein absolutes Minimum zu begrenzen.

Folgende Maßnahmen gelten in Niedersachsen ab Sonntag, 10. Januar 2021:

Private Zusammenkünfte

Alle Kontakte sind auf das Notwendigste zu beschränken. Dementsprechend werden auch die privaten Zusammenkünfte eingeschränkt und es gilt die sogenannte "1 plus 1-Regelung".

  • 1 plus 1-Regelung: Erlaubt ist nur noch, sich mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes zu treffen. Damit wird auf eine Regelung zurückgegriffen, die bereits im vergangenen Frühjahr galt.
  • Ausnahmen gelten für Babys und Kleinstkinder bis zu einem Alter von drei Jahren. Sie zählen bei allen Beschränkungen der Personenzahlen bei Treffen nicht mit, da sie ununterbrochen betreut werden. Daher wird die neue Corona-Verordnung an diesem Punkt noch geändert (Stand: 10.01.21). Weitere Ausnahmen für Kinder, die älter als drei Jahre sind, gibt es nicht mehr.
  • Ausnahme: Bei getrennt lebenden Eltern werden die Kinder zu beiden Haushalten gezählt, was bedeutet, dass Treffen weiterhin möglich sind.
  • Für Begleitpersonen von Behinderten und Pflegebedürftigen gibt es Ausnahmen.
  • Diese Regelung wird nicht an eine bestimmte Inzidenzzahl geknüpft.
  • Bei Beerdigungen greift die sogenannte 1 plus 1-Regel nicht.

Darf ich mich noch mit zwei oder mehr Freund*innen privat an der frischen Luft treffen? Ist das erlaubt?

Nein, das ist nicht erlaubt. Auch an der frischen Luft sowie in geschlossenen Räumen gilt ab 10. Januar die Regelung, dass Treffen nur mit maximal einer weiteren Person, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, erlaubt sind. Des weiteren gilt auch hier, die Kontakte auf das Allernötigste zu reduzieren.

Dürfen wir Oma und Opa besuchen? Die gehören ja zur Familie...

Nein, laut den neuen Regelungen ist das ab 10. Januar nicht mehr erlaubt. Man darf nur noch eine weitere Person treffen, die nicht zum eigenen Hausstand gehört, also: 1 Hausstand + 1 weitere Person.

Das bedeutet: Wenn die Großeltern nicht im eigenen Hausstand leben, darf nur nur einer der beiden zu Besuch kommen, also entweder Oma oder Opa. Umgekehrt dürfen die Großeltern auch nur von einer einzelnen Person aus dem anderen Hausstand besucht werden, da die Großeltern bereits einen eigenen Hausstand bilden. Leben Oma oder Opa allein (also in einem Singlehaushalt) dürfen Oma oder Opa allerdings von einem gesamten anderen Haushalt besucht werden.

Was ist mit Beerdigungen?

Bei Beerdigungen gibt es eine Ausnahmeregelung: Es gibt keine Beschränkung der Personenanzahl, solange der Mindestabstand von 1,5 Metern und die entsprechenden AHA-Regeln eingehalten werden können. Die sogenannte "1 plus 1-Regelung" gilt im Falle von Beerdigungen nicht.

Wie sieht es mit Hochzeiten aus?

Standesamtliche und kirchliche Trauungen sind weiterhin möglich, allerdings unter strikter Beachtung der Kontaktbeschränkungen. Allerdings rät Niedersachsen aufgrund der verschärften Corona-Infektionslage derzeit davon ab.

Auch wenn ein Besuch noch erlaubt ist, gilt es in der aktuellen Lage dringend abzuwägen, ob dieser unbedingt nötig ist. Die Kontakteinschränkung soll dazu dienen, die Verbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen. Vor allem ältere Personen gilt es besonders zu schützen.

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Schulen und Kitas

Für die restlichen drei verbleibenden Wochen des Schulhalbjahres setzt Niedersachsen auf einen stark eingeschränkten Schulbetrieb. Rund eine Woche vor Start des zweiten Schulhalbjahres will das Kultusministerium bekannt geben, wie die Gestaltung des zweiten Schulhalbjahres aussehen soll.

  • Für Grundschulen und Sonder-/Förderschulen gibt es in der ersten Woche nach den Ferien Homeschooling (Szenario C), ab dem 18.01. ist Unterricht im Wechselmodell mit geteilten Klassen vorgesehen (Szenario B).
  • Die weiterführenden Schulen starten ab der kommenden Woche (11. Januar) mit Homeschooling.
  • Für Abschlussklassen gibt es Präsenzunterricht.
  • Berufsbildende Schulen wechseln in das Homeschooling (Szenario C), Ausnahmen mit einem Wechselmodell sind möglich, z.B. für Abschlussklassen.
  • Für Schüler der Klassenstufen 1-6, die nicht in der Präsenzlerngruppe sind, gibt es eine Notbetreuung.
  • Kitas wechseln in die Notbetreuung mit 50 Prozent der Plätze (Szenario C). Das bedeutet in Krippen können i.d.R. 8 Kinder, in Kindergärten i.d.R. 13 Kinder und im Hort i.d.R. 10 Kinder notbetreut werden.

Allgemein gilt:

  • Aufgrund der längeren Schließung von Schulen und Kitas will der Bund gesetzlich regeln, dass das Kinderkrankengeld in diesem Jahr für 10 zusätzliche Tage je Elternteil und um 20 Tage für Alleinerziehende gewährt wird.

Geht Niedersachsen beim Schulbetrieb einen Sonderweg?

Nein, auch angrenzende Bundesländer reduzieren den Präsenzunterricht weitgehend. Bremen und Hamburg bleiben bei der Regelung, dass die Schulpräsenzpflicht bis Ende des Monats aufgehoben ist. Das bedeutet, Erziehungsberechtigte und volljährige Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, ob sie am Präsenzunterricht teilnehmen. Auch in Schleswig-Holstein soll Distanzunterricht im Mittelpunkt stehen.

Wie laufen die Klausuren für Schüler*innen ab?

In den Schulen ist der Präsenzunterricht bis zum 31. Januar untersagt. Ausnahmen hiervon gibt es für die Abschlussjahrgänge 9 und 10 sowie die Abiturklassen und im Falle von schriftlichen Arbeiten.

Was ist bei der Kinderbetreuung erlaubt?

In Kitas sowie in Schulen ist für die Klassen 1 bis 6 eine Notbetreuung für Kinder vorgesehen. Außerdem soll eine Kinderbetreuung durch Tagesmütter in Kleingruppen oder durch die Großeltern möglich sein.

Kann ich meine Kinder zur Schule/Kita bringen?

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Einschränkung des Bewegungsradius in Corona-Hotspots

Für Kreise, in denen sich binnen sieben Tagen mehr als 200 Menschen pro 100 000 Einwohner neu infiziert haben, sollen die Länder den Bewegungsradius der Bürger auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzen, sofern kein triftiger Grund vorliegt.

Das gilt in Niedersachsen

Nach aktuellem Stand (06.01.) will Niedersachsen die Beschränkung der Bewegungsfreiheit in Hotspots nicht ohne Weiteres umsetzen. Dazu sei eine gesonderte Begründung zur Verhältnismäßigkeit nötig, wie sie das Oberverwaltungsgericht bereits bei anderen Einschränkungen angemahnt hat, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Durchsetzung und Kontrolle unterliegen den örtlich zuständigen Behörden.

Wenn in meinem Wohnort der eingeschränkte Bewegungsradius gelten sollte, darf ich dann noch zu meiner Arbeitsstelle fahren, die außerhalb des 15 km-Radius liegt?

Wenn in einem Wohnort der eingeschränkte Bewegungsradius von 15 km gelten sollte, bedeutet das Folgendes: Wenn ein triftiger Grund vorliegt, darf der 15 km-Bewegungsradius verlassen werden. Zu solchen triftigen Gründen zählen zum Beispiel

  • das Aufsuchen der Arbeitsstelle
  • Arztbesuche
  • Lebensmittel einkaufen gehen

Keine triftigen Gründe wären z.B. Urlaubsreisen oder ein Tagesauflug in ein Gebiet, das außerhalb des 15 km-Radius liegt, zum Beispiel um von Braunschweig aus in den Harz zu fahren, um dort zu wandern.

Von wo gilt der Bewegungsradius?

In Niedersachsen gilt der 15 km-Bewegungsradius für Hotspots mit einer Inzidenz von 200 oder höher ab dem Wohnsitz, also der konkreten Meldeadresse und nicht um den Wohnort, wie es Bund und Länder am Dienstag (05. Januar) beschlossen hatten. Damit soll eine Gleichbehandlung zwischen Stadt- und Landbevölkerung gesichert werden.

Wie erfahre ich, wie hoch die Inzidenz in meinem Landkreis ist?

Auf diversen Übersichtseiten wie der eurer Heimatgemeinde, eures Landkreises oder des Landes Niedersachsens könnt ihr die Inzidenzwerte für eure Gemeinde/euren Landkreis einsehen.

Warum 15 km und nicht 5, 10 oder 25 km?

Im Regelfall haben auch Menschen, die im ländlichen Raum leben, in einem Abstand von 15 km alles zum Leben Notwendige zur Verfügung.

Welche Strafe droht bei Überschreiten der 15 km?

Die Durchsetzung und Kontrolle unterliegt den örtlich zuständigen Behörden. Bislang gibt es noch keinen Bußgeldkatalog. Aber es könnten auch ohne einen solchen Katalog Bußgelder verhängt werden, insbesondere bei wiederholten Verstößen.

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Alten- und Pflegeheime

In Alten- und Pflegeheimen soll bis zum Abschluss der Impfungen verstärkt getestet werden. Dafür sollen Freiwillige die Heime vorübergehend bei der Durchführung von umfangreichen Schnelltests in den Einrichtungen unterstützen.

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Einreisen aus Risikogebieten

Bei der Einreise aus Risikogebieten setzen Bund und Länder auf eine Doppelteststrategie:

  • Bei der Einreise aus einem Risikogebiet muss ein Corona-Test gemacht werden.
  • Zusätzlich zum Corona-Test müssen sich Einreisende aus Risikogebieten in Quarantäne begeben.
  • Die Quarantäne kann nach 5 Tagen und einem negativen Corona-Test beendet werden.

Das nächste Treffen von Bund und Ländern ist für den 25. Januar 2021 angesetzt.

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Weitere Fragen und Antworten zu den Änderungen in der Corona-Verordnung und der Quarantäne-Verordnung

1. Kontaktbeschränkungen

Wenn ich mich mit einer Person aus einer WG oder Familie treffe, warum kann ich mich dann nicht gleich mit der ganzen Familie treffen?

Direkte Begegnungen von Menschen sollen soweit wie möglich eingeschränkt werden, um Infektionen zu vermeiden. Treffen mit Einzelpersonen werden sicher seltener stattfinden als das Zusammenkommen zweier Paare oder zweier Familien. Außerdem hat jedes Mitglied einer WG oder Familie wieder andere Kontakte gehabt, die die Infektionsgefahr erhöhen.

Ab wann bin ich ein Haushalt? Wenn ich mit jemandem zusammen bin (Partner/in), oder nur, wenn wir zusammen wohnen?

Entscheidend ist der feste, auf Dauer angelegte Zusammenschluss. Nicht zusammen wohnende Paare sind auch dann als ein Haushalt anzusehen, wenn sie zumindest an einigen Tagen gemeinsam in einer Wohnung, einem Haus leben.

Wie sollen die Kontaktbeschränkungen kontrolliert werden?

Die Ordnungsbehörden werden nicht systematisch die Wohnungen überprüfen, aber bei auffälligen Ereignissen (Feiern, größere und lautere Zusammenkünfte) schon nachschauen gehen.

Werden Kinder unter 14 Jahren jetzt auch mitgezählt?

Im Grundsatz ja, denn auch Kinder kommen als Infektionsträger in Frage. Soweit aber Babys oder Kleinstkinder bis drei Jahren jedoch von einem Elternteil betreut werden müssen, zählen sie nicht mit bei der Regel „ein Haushalt plus eine Person“.

Was, wenn ich von meinem Partner/meiner Partnerin getrennt bin, aber zwei Kinder habe, die ich sehen will? Muss ich mir dann eines davon aussuchen?

Nein! Wenn Sie von der Mutter oder dem Vater Ihrer Kinder getrennt leben, die Kinder aber regelmäßig auch bei Ihnen sind, dann bilden die Kinder auch mit Ihnen einen Haushalt und es dürfen sich auch beide bei Ihnen aufhalten.

Wie sieht die Situation für Patchwork-Familien und getrennte/geschiedene Eltern aus?

Zentraler Begriff ist dabei der Begriff „Hausstand“. Dieser beschreibt eine dauerhaft zusammenlebende Personengemeinschaft. Kinder getrenntlebender Eltern bilden mit beiden Elternteilen jeweils einen gemeinsamen Hausstand.

Was, wenn ich mich mit einem Kind und seinem Vater oder seiner Mutter treffen will?

Das geht leider in den nächsten Wochen nicht. Sie dürfen immer nur eine Person aus einem anderen Haushalt treffen.

Müssen Kinder jetzt komplett alleine spielen, wenn sie keine Geschwister zu Hause haben? Beziehungsweise dürfen sich Kindergruppen noch zum Spielen treffen, wenn ein Erwachsener dabei ist?

Ein einzelnes Kind kann nur alleine ohne elterliche Begleitung zu Besuch kommen. Ein Treffen von Kindern aus verschiedenen Haushalten in einer Gruppe ist nur im Rahmen einer regelmäßigen organisierten Betreuungssituation zulässig.

Dürfen Menschen mit schweren Behinderungen begleitet werden, wenn sie eine andere Person treffen oder besuchen?

Ja, dafür gibt es eine Ausnahmeregel: Begleitpersonen oder Betreuungskräfte, die erforderlich sind, um Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen, werden nicht eingerechnet.

Was gilt als „wesentliche Behinderung“ bzw. Pflegebedürftigkeit?

Die Notwendigkeit einer Begleitperson für Menschen mit Behinderungen wird beispielhaft über den Nachteilsausgleich „B“ (Begleitperson) im Schwerbehindertenausweis nachgewiesen. Unabhängig davon gilt das Vorliegen eines Schwerbehindertenausweises als ein Indiz für eine eine Begleitung erfordernde Behinderung im Sinne der Corona-Verordnung.

Eine Pflegebedürftigkeit wird durch die Pflegekasse über die Feststellung eines Pflegegrades (1 bis 5) nachgewiesen.

Was, wenn ich ein anderes Pärchen treffen will? Muss ich mir dann eine/n von beiden aussuchen?

Ja, das müssen Sie leider.

Ich könnte dann aber doch am nächsten Tag den anderen Teil des Pärchens treffen. Warum trägt das zur Reduzierung der Infektionsgefahr bei?

In der Tat ist es zwar zulässig, aber nicht sinnvoll, jeden Tag einen Teil eines befreundeten Paares zu treffen. Die Intention der Kontaktreduzierung auf eine Person ist, dass die häufigen Treffen zweier Paare unterbunden werden. Wir bitten Sie auch, von der Ein-Kontakt-Regel nur möglichst zurückhaltend Gebrauch zu machen. Je weniger Menschen in den nächsten Wochen zusammenkommen, desto seltener wird es zu einer Virusübertragung kommen. Insbesondere alleinlebende Menschen aber sollen auch weiterhin die Gelegenheit bekommen, einzelne Personen zu besuchen oder zu empfangen.

Ich bin in einer anderen Familie / WG zu Gast? Eine andere WG / Familie ist bei mir zu Gast? Ist eine Sache davon erlaubt?

Beide Varianten sind erlaubt: Sie dürfen alleine in einer anderen WG / Familie zu Gast sein und die andere WG / Familie darf geschlossen zu Ihnen zu Besuch kommen. Das wurde jetzt in den §§ 2 und 6 klargestellt.

Darf ich nach Hause zu meinen Eltern fahren?

Ja, alleine dürfen Sie Ihre Eltern besuchen, aber nicht zusammen mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner oder anderen Personen.

Darf eine Mutter oder ein Vater mit Baby die Großeltern (oder ein eng befreundetes Paar) besuchen und umgekehrt?

Ja, beides wird über den Wortlaut der Verordnung hinaus geduldet. Ein Baby oder ein ganz kleines Kind bis zum Alter von drei Jahren muss noch ununterbrochen betreut werden und darf deshalb auch bei Kontakten der Betreuungsperson (in der Regel ein Elternteil) dabei sein. Bei Besuchen von Großeltern ist zu beachten, dass nur eine Person kommen darf, die nicht zum Hausstand gehört.

Dürfen zwei Mütter mit ihren Babys draußen spazieren gehen?

Ja, das dürfen sie. In der veröffentlichten Verordnung war dieses noch ausgeschlossen; demnach hätte nur eine Mutter ihr Kind mitbringen dürfen.

Dürfen zwei Großeltern zur Unterstützung in einen Haushalt eines/einer Alleinerziehenden fahren bzw. darf ein Vater oder eine Mutter mit einem Kind zu den Eltern fahren?

Ja, beides ist möglich, wenn es sich bei dem Kind um ein Baby oder ein Kleinstkind (bis drei Jahre) handelt.

Welche Strafen drohen, wenn ich mich nicht an die Kontaktregeln halte und wer kontrolliert das?

Es wird einen Bußgeldkatalog geben, der ist aber noch nicht ausgearbeitet. Es kann aber auch unabhängig von einem Katalog ein Bußgeld verhängt werden, wenn es zu besonders auffälligen oder schweren Zuwiderhandlungen kommt. Der Staat wird natürlich nicht die Wohnungen kontrollieren, sondern nur bei besonderen Auffälligkeiten nachsehen. Wir vertrauen auf das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger.

2. Sport

Kann ich mich weiterhin mit meiner Laufgruppe zum Joggen treffen?

Leider nein, Sie dürfen sich in den nächsten Wochen nur mit Menschen aus Ihrem eigenen Hausstand oder mit einer anderen Person zum gemeinsamen Joggen treffen.

Was ist mit anderen Individualsportarten, also beispielsweise mit Golf, Wandern, Klettern, Langlauf etc.?

Da gilt das gleiche: Auch diese Sportarten dürfen immer nur von zwei Personen aus zwei Haushalten oder von Menschen aus einem Haushalt plus höchstens eine Person ausgeübt werden!

Was gilt für Mannschaftssportarten?

Mannschaftssportarten dürfen derzeit leider überhaupt nicht ausgeübt werden, zulässig ist nur Individualsport.

Sind beim Tennis weiterhin Doppel mit jeweils zwei Menschen aus einem Hausstand möglich? Das wäre dann ja eine Kontaktperson mehr als grundsätzlich vorgesehen? Wenn beispielsweise zwei Paare gegeneinander spielen. Ist das noch möglich oder verboten?

Ein Doppel ist beim Tennis nur mit Menschen aus einem Hausstand möglich oder aus einem Hausstand plus einer weiteren Person. Zwei Paare aus zwei verschiedenen Hausständen dürfen leider einstweilen nicht mehr gegeneinander Doppel spielen.

3. Betriebskantinen

Was gilt für Kantinen?

Schon nach der bisherigen Regelung in Niedersachsen dürfen Kantinen zwar geöffnet haben, aber ausschließlich zur Versorgung von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern oder Studierenden der jeweiligen Einrichtung mit Speisen und Getränken zum Mitnehmen. Die Nutzung der gemeinsamen Speiseräume und -säle ist nur zulässig

  • für Betriebskantinen der Unternehmen der Ernährungswirtschaft,
  • in Kantinen der Angebote der Eingliederungshilfe im Sinne des § 15 Abs. 1,
  • in Kantinen von Krankenhäusern sowie
  • in allen Kantinen von Betrieben, in denen aus hygienischen oder sonstigen zwingenden Gründen eine Nahrungsaufnahme am Arbeitsplatz nicht möglich ist.

Was gilt denn in Unternehmen, in denen Menschen am Hochofen oder am Fließband oder an der Werkbank arbeiten? Müssen diese dann in den Produktionsräumen oder in engen Pausenräumen essen?

Nein, eine eng begrenzte Ausnahmeregelung gibt es für diejenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens, die unter keinen Umständen an ihrem Arbeitsplatz essen können. Diese Personen können dann auch in der Kantine essen.

Dürfen dann nur die Mitarbeiter in die Kantine, die keinen Schreibtisch haben und in deren Umfeld es auch keine hinreichend großen Pausenräume gibt, an dem / in denen sie essen können?

Ja. Alle anderen müssen bitte an ihrem Arbeitsplatz essen, auch diejenigen, die mit hoffentlich großem Abstand in einem Großraumbüro arbeiten.

4. Homeoffice

Warum enthält die neue Verordnung keine Verpflichtung zum Homeoffice überall, wo das möglich ist?

Dies war eine gemeinsame Entscheidung von Bund und Ländern. Eine Pflicht zum Homeoffice ist in diesem weitreichenden Maße nur schwer umsetzbar, sowohl praktisch als auch rechtlich. Daher haben sich Bund und Länder darauf verständigt, noch mal an alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dringend zu appellieren, Homeoffice-Angebote wo immer möglich zu machen und die Bedingungen dafür zu schaffen.

5. Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt. Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar.

Wird in jedem Landkreis oder in jeder kreisfreien Stadt, die die 200er Inzidenz überschreitet, ein solcher 15 km-Radius festgelegt?

Nein, der/die zuständige Landrat/Landrätin oder Bürgermeister/in wird prüfen, ob es sich um ein fast flächendeckendes Ausbruchsgeschehen handelt. Dann kommt eine solche Maßnahme in Betracht, um die Weiterverbreitung des Virus zu verhindern. Solange es sich jedoch nur um punktuelle Ausbruchsgeschehen etwa in einem oder zwei Altenheimen, in einem größeren Betrieb oder einer anderen Einrichtung handelt, in der viele Menschen zusammenkommen, ist eine solche Maßnahme im Zweifel nicht notwendig beziehungsweise nicht verhältnismäßig.

Was wird der Bezugspunkt sein, meine Heimatadresse oder die Stadtgrenze?

In der Vorschrift wird von Wohnsitz gesprochen. Ihre Heimatadresse ist also der Bezugspunkt.

Wie soll die 15 km-Regel umgesetzt werden? Soll ich immer mit einem Routenplaner herumlaufen und wer soll das kontrollieren?

Es geht um einen ungefähren Radius, es kommt nicht auf einzelne Meter an. Aber in der Tat können Routenplaner Ihnen helfen, die Distanzen einzuschätzen.

Warum 15 km und nicht 5, 10 oder 25 km?

Im Regelfall haben auch Menschen, die im ländlichen Raum leben, in einem Abstand von 15 km alles zum Leben Notwendige zur Verfügung.

Welche Strafe droht bei Überschreiten der 15 km?

Bislang gibt es noch keine Gebiete mit einer Inzidenz über 200 und auch noch keinen Bußgeldkatalog. Aber es könnten auch ohne einen solchen Katalog Bußgelder verhängt werden, insbesondere bei wiederholten Verstößen.

Was heißt es für Fernbeziehungen, wenn wir weiter als 15 km entfernt wohnen und einer der beiden Orte besonders betroffen ist (Inzidenzwert > 200 / 100.000 in 7 Tagen)?

Es wäre klug, wenn Sie dann eine Zeit lang auf ein Treffen verzichten würden, um aus der Region mit hoher Inzidenz das Virus nicht gegebenenfalls in eine Region mit niedrigerer Inzidenz zu übertragen. Feste Lebenspartner/innen dürfen sich auch über weitere Strecken hinweg treffen, wenn sie sich auch sonst abwechselnd regelmäßig mal in der einen und mal in der anderen Wohnung aufhalten.

Mein/e Partner/in und ich leben mehr als 15 km auseinander. Wenn in ihrem Landkreis die Inzidenz auf über 200 steigt und ihr/sein Bewegungsradius auf 15 km eingeschränkt wird, dürfte ich mein/e Partner/in trotzdem besuchen?

Ja, das ist möglich.

Und dürfte er/sie trotzdem mich besuchen?

Auch das ist möglich, wenn Ihr/e Partner/in Ihre Wohnung ebenfalls regelmäßig als eigene nutzt, dies also auch sein/ihr Hausstand ist.

Wird es Ausnahmen geben von der 15 km-Regel?

Ja, für das Vorliegen eines triftigen Grundes, insbesondere einer notwendigen medizinischen, psychosozialen oder veterinärmedizinischen Behandlung, aber auch zur Ausübung des Berufes etc. sind Ausnahmen möglich. Weitere triftige Gründe sind Besuche von nahen Bezugspersonen mit einer Behinderung oder einer Pflegebedürftigkeit. Zulässig ist auch der Besuch bei alten Freunden, Bekannten oder Familienangehörigen, für die man beispielsweise Einkäufe oder sonstige Verrichtungen erledigen möchte. Nicht notwendige Reisen und tagestouristische Ausflüge bilden keine triftigen Gründe.

6. Betreuung von Kleinkindern / Kita

Viele Familien und insbesondere Alleinerziehende nutzen derzeit die Großeltern oder Tante und Onkel zur Betreuung. Da nun Kinder nicht mehr gesondert behandelt werden: Dürfen zwei (oder mehr) Kinder zu den Großeltern / zu Tante und Onkel gebracht werden?

Ja, das ist zulässig. Die Regelung des § 11 Absatz 1 ist insgesamt weit zu verstehen. Sie ermöglicht unter anderem die Betreuung durch Großeltern und Nachbarn.

Dürfen Eltern zwei oder drei Nachbarskinder mit zur Schule oder mit zur Kinderbetreuung nehmen?

Ja, das ist möglich und erlaubt.

Wie groß dürfen die Gruppen sein in der Kinderbetreuung?

In der Kindertagespflege gilt eine Begrenzung auf bis zu 10 Kinder. Sicherer wäre es aber, kleinere Gruppen zu bilden von drei bis höchstens fünf Kindern.

7. Schule

Sind auch Förderschulen geschlossen in den nächsten Wochen?

Für Förderschulen gilt das gleiche wie für Grundschulen. Die Kinder und Jugendlichen lernen bis zum 15. Januar 2021 zuhause, dann gehen sie in den Wechselunterricht.

8. Weiterbildung

Finden Volkshochschul- und Musikschulkurse und andere Weiterbildungsangebote statt?

Mit Inkrafttreten der neuen Niedersächsischen Corona-Verordnung am 10. Januar 2021 ist der Präsenzunterricht im Bereich der außerschulischen Bildung, vor allem in Volkshochschulen, Musikschulen und Einrichtungen der kulturellen Bildung untersagt. Zulässig ist die Durchführung von Prüfungen und die Bildungsberatung, sofern dabei das Abstandsgebot und die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden. Die Untersagung von Präsenzunterricht gilt bis zum Außerkrafttreten der Corona-Verordnung am 31. Januar 2021. Weiterhin möglich sind Online-Weiterbildungsangebote.

9. Sonstige Bereiche der Corona-VO

Wie ist das mit den Behinderteneinrichtungen geregelt? Findet dort eine Betreuung statt?

Ja.

Was gilt für Beerdigungen?

Hierzu gibt es eine Sonderregelung in § 9. Es muss auf Abstand und Hygiene geachtet werden.

Was gilt für Hochzeiten?

Bitte verzichten Sie in den nächsten Wochen auf Hochzeiten und andere Feste. Die Infektionsgefahr ist einfach zu groß. Wenn aus zwingenden Gründen eine Heirat doch unbedingt in den nächsten Wochen stattfinden muss, ist dies möglich, allerdings im kleinsten Kreis und ohne jegliche anschließende Feier.

10. Quarantäne Verordnung

Muss ich einen Corona-Test machen, wenn ich aus dem Ausland nach Niedersachsen reise?

Ja. Wer ohne einen höchstens 48 Stunden alten Corona-Test auf Deutsch, Englisch oder Französisch aus einem ausländischen Risikogebiet nach Niedersachsen reist, muss sich unmittelbar nach Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Im Anschluss an den Test gelten die bestehenden Quarantäne-Regeln (s.u.): D.h. auch mit einem negativen ersten Testergebnis bei beziehungsweise kurz nach Einreise muss ich mich in meine Wohnung/mein Haus etc. begeben und mich für zehn Tage von anderen Menschen fernhalten. Frühestens nach fünf Tagen Quarantäne kann ich mich mit einem zweiten Test „freitesten“.

Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus dem Ausland nach Niedersachsen reise?

Wer nach Niedersachsen reist und sich in den vergangenen zehn Tagen in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, muss sich unverzüglich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Das bedeutet: Unmittelbar nach der Einreise aus einem Risikogebiet müssen sich Betroffene auf direktem Wege in die eigene Wohnung, an den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts oder in eine andere geeignete Unterkunft begeben und sich dort für einen Zeitraum von zehn Tagen nach ihrer Einreise ununterbrochen von anderen Menschen absondern. Dies gilt auch für diejenigen Personen, die aus einem Risikogebiet über ein anderes Land nach Niedersachsen einreisen und es gilt auch, wenn der für eine Einreise vorgeschriebene Test negativ war.

Wo erfahre ich, ob das Gebiet oder Land aus dem ich einreise, ein Risikogebiet ist?

Die als Risikogebiete eingestuften Länder und Regionen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut im Internet.

Bin ich verpflichtet, mich bei den Behörden zu melden, wenn ich aus einem Risikogebiet im Ausland einreise?

Ja. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich zudem unverzüglich über das Internetportal www.einreiseanmeldung.de melden und auf das Vorliegen der Quarantänepflicht hinweisen.

Kann ich die Quarantäne abkürzen, wenn ich einen aktuellen negativen Corona-Test vorlege?

Die Quarantänezeit kann frühestens fünf Tage nach der Einreise beendet werden. Voraussetzung dafür ist ein zweiter molekularbiologischer Corona-Test (PCR-Test) mit negativem Testergebnis, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise vorgenommen werden darf. Der zu Grunde liegende Test muss die Anforderungen des Robert Koch-Instituts, die im Internet unter der Internetadresse https://www.rki.de/covid-19-tests veröffentlicht sind, erfüllen.

Gibt es Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht?

Ja, für diese Personengruppen gilt eine Ausnahme von der Quarantänepflicht:

  • Personen, die im Rahmen des Grenzverkehrs reisen, und sich nicht länger als 24 Stunden im Risikogebiet aufhalten.
  • Grenzpendler oder -gänger, die nachweislich zwingend notwendig berufs-, studien- oder ausbildungsbedingt in ein Risikogebiet einreisen beziehungsweise aus einem Risikogebiet ausreisen. Diese müssen außerdem regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich an ihren Wohnsitz zurückkehren und angemessene Schutz- und Hygienekonzepte einhalten. Die Einhaltung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte sowie die zwingende Notwendigkeit der Dienstreise muss der Arbeitgeber, der Auftraggeber, die Bildungseinrichtung beziehungsweise die Ausbildungsstelle bescheinigen.
  • Durchreisende, solange diese das Gebiet auf schnellstem Weg wieder verlassen.
  • Beschäftigte im Waren- und Gütertransport, Personentransport, für das Gesundheitswesen unabdingbare Personen sowie hochrangige Diplomaten, Vertreter von Parlamenten und Regierungen, die sich nicht länger als 72 Stunden im Risikogebiet aufgehalten und dabei angemessene Schutz- und Hygienemaßnahmen eigehalten habe.
  • Personen, die unaufschiebbar beruflich bedingt grenzüberschreitend Personen, Waren oder Güter auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren.
  • Personen, die unaufschiebbar beruflich bedingt als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Luft-, Schiffs-, Bahn- oder Straßenpersonenverkehrsunternehmen benötigt werden.
  • Personen, die als Mitarbeiter von Unternehmen, die Flugzeuge, Schiffe oder Schiffsausrüstung warten, als Flugbegleiter nach § 4 a des Bundespolizeigesetzes oder als Besatzungen von Sanitäts- oder Organflügen, die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit im Ausland aufgehalten haben, tätig sind.
  • Personen, die aus den folgenden Gründen einreisen: zum Zweck des Besuchs von Verwandten ersten oder zweiten Grades, des Besuchs der Ehegattin, des Ehegatten, der Lebensgefährtin oder des Lebensgefährten, die oder der nicht dem gleichen Hausstand angehört, oder aufgrund eines geteilten Sorgerechts oder eines Umgangsrechts, wegen einer dringenden medizinischen Behandlung oder zum Zweck des Beistands oder zur Pflege schutz- oder hilfebedürftiger Personen – sofern ein negativer Corona Test bei Einreise vorliegt.
  • Personen, die ihre Familie besuchen und sich nicht länger als 72 Stunden im Risikogebiet aufgehalten und dabei angemessene Schutz- und Hygienemaßnahmen eigehalten haben.
  • Seit dem 23.12.2020: Personen mit einem Wohnsitz und Arbeitsverhältnis in Niedersachsen, die ihre Verwandten ersten Grades, ihre Ehegattin/ ihren Ehegatten, ihre Lebensgefährtin/ ihren Lebensgefährten im Ausland besucht haben und zurückkehren, um weiter ihrer Arbeit in Niedersachsen nachzugehen. Davor müssen sie sich allerdings durch ihren Arbeitgeber oder durch eine von diesem beauftragte Person auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen lassen. Bis zu diesem Test beziehungsweise einem negativen Testergebnis, müssen sich diese Personen vorsorglich in Quarantäne begeben.
  • Personen, die im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs reisen, und sich nicht länger als 24 Stunden im Risikogebiet aufhalten. Ein einzelnes Kind kann nur alleine ohne elterliche Begleitung zu Besuch kommen. Ein Treffen von Kindern aus verschiedenen Haushalten in einer Gruppe ist nur im Rahmen einer regelmäßigen organisierten Betreuungssituation zulässig.


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