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Seehunde fressen gern Fische. Bei Fischern sind die Tiere deswegen nicht sehr beliebt. Abschießen wollen die niedersächsischen Fischer die Seehunde deswegen aber nicht.
Touristen lieben Seehunde, Fischer mögen die Tiere nicht. Es gebe zu viele Seehunde, und die fräßen zu viel Fisch, sagte der Präsident des Landesfischereiverbandes Weser-Ems, Dirk Sander. Mit dem Gewehr wollen sie deswegen aber nicht auf die Tiere losgehen. Zu einer entsprechenden Forderung ihrer Kollegen in Schleswig-Holstein nach Wiedereinführung der Seehundjagd gehen sie auf Distanz. "Das gäbe ein schlechtes Image für die Jäger, die Fischer und den Nationalpark", sagte Sander. Für ihn wäre es sinnvoller, die Aufzucht von schwachen Tieren einzustellen.
In seiner Station würden keine schwachen oder verletzten Tiere ohne Überlebenschancen aufgepäppelt, hält der Leiter der Seehundstation in Norddeich, Peter Lienau, dagegen. "Wir nehmen Heuler auf, die vorzugsweise nach Störungen von Menschen an Badestränden gefunden werden. Das sind weniger als ein Prozent des Seehundbestandes in Niedersachsen." Eine Seehundjagd im Weltnaturerbe Wattenmeer zur Bestandsregulierung lehnt auch er ab. "Dort ist eine nachhaltige Jagd rechtlich und praktisch nicht möglich", sagte er.
Für die Naturschützer vom Wattenrat in Ostfriesland ist nicht der Seehund das Problem, sondern die industrielle Fischerei. Wie viele Seehunde im Watt sein dürften, könne niemand seriös sagen, sagte Manfred Knake vom Wattenrat. "Der Seehund wurde durch die gnadenlose Jagd als Konkurrent der Fischerei schon einmal fast ausgerottet. Erst Anfang der Siebziger wurde die Jagd eingestellt. Der Landesfischereiverband hat nichts dazugelernt, wenn er Argumente des 19. Jahrhunderts benutzt."
Naturschützer verwiesen zudem auf niederländische Forschungen, wonach es um das Jahr 1900 geschätzte 37 000 Seehunde an der Nordsee gab und dies keine Auswirkungen auf den Fischbestand hatte. Nach früheren Untersuchungen soll der Gesamtnahrungsbedarf aller Meeressäuger noch geringer sein als der Beifang der Fischer, der halbtot bis tot über Bord gekippt wird.
Neben dem Umweltministerium in Schleswig-Holstein sieht auch das Landwirtschaftsministerium in Hannover keinen Anlass, über eine Seehundjagd nachzudenken.
Foto: dpa
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