Es ist geschafft - zum vierten Mal hintereinander steht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Halbfinale eines großen Turniers. Nach nur 1:0 nach der ersten Halbzeit, ging es in Halbzeit Nummer zwei rund. Endstand: 4:2 - Deutschland ist weiter!
Gleich zu Beginn fing das deutsche Team ambitioniert an und kam zu einigen guten Chancen, aber musste auf ein Tor verzichten. Erst Kapitän Philipp Lahm sorgte in der 39. Minute für den erlösenden Treffer. Das Spiel gegen die Griechen war schwer wie erwartet. Allerdings verlor unsere Elf etwas den Biss zum Anfang der zweiten Halbzeit. Quittung dafür: der Ausgleich von Georgios Samaras in der 55. Minute.
Nach dem Ausgleich zurück zu alter Stärke
Von Verunsicherung oder Aufstecken war keine Spur zu sehen - eher im Gegenteil. Denn wesentlich wacher und agiler kam Deutschland zurück. Und direkt sechs Minuten später sorgte Sami Khedira erneut für die Führung (61.). Miroslav Klose erhöhte mit in der 68. auf 3:1 und Marco Reus (74.) erzielte vor 39.000 Zuschauern das 4:1 für die DFB-Elf. Das 4:2 durch Dimitrios Salpingidis (89.) per Handelfmeter war dann nur noch Ergebniskosmetik.
Mit dem Erfolg gegen den Europameister von 2004 im polnischen Danzig feierte die Löw-Truppe ihren 15. Pflichtspielsieg nacheinander und stellte damit eine neuen Weltrekord auf.
Negatives sparen wir uns mal...
Natürlich könnte man auch nach diesem Spiel viele Kritikpunkte aufzählen, ABER: wir haben wunderschöne Tore gesehen und sind noch immer ungeschlagen bei dieser EM. Jeder kann Tore schießen und wir sind im Halbfinale. Auch Griechenland-Witze wie "Das war's jetzt mit der EURO" lassen wir mal sein. Denn heute ist einfach mal freuen angesagt.
So geht's weiter bei der EM
Am kommenden Donnerstag treffen Jogis Jungs nund auf den Sieger der Partie England gegen Italien. Dieses Spiel gibt es dann Donnerstag wie gewohnt um 20.45 Uhr. Die deutsche Elf muss dann das nächste Mal Donnerstag, den 28. Juni antreten.
Alle Spieler in der Einzelkritik
Neuer: Wenig zu tun, aber immer aufmerksam. Bügelte Badstubers Fehler aus (27.) und parierte gegen Ninis gut (32.). Beim Ausgleich und Elfmeter ohne Abwehrchance. Seine große Bewährung kommt noch.
Boateng: Zurück nach Gelb-Sperre strahlt der Münchner viel Ruhe aus. Machte die rechte Seite meist dicht, beim Ausgleich aber zu spät. Schaltete sich nach vorne ein. Verschuldete den Handelfmeter.
Hummels: Stand erneut im Deckungszentrum wie eine Eins! In der Luft und am Boden nicht auszuspielen. Schloss die Lücken konsequent. Der Dortmunder ist in der Nationalelf angekommen.
Badstuber: Ungewohnt unkonzentrierter Beginn mit gleich einer Reihe von Fehlern. Auch in der Spieleröffnung nicht so präzise wie gewohnt. Stabilisierte sich später und kam nicht mehr in Probleme.
Lahm: Wie zum Beginn des Sommermärchens 2006: Mit seinem Tor öffnete der Kapitän die Tür. Schwenk nach innen, Schuss mit rechts: Sein Trumpf als Linksverteidiger. Vor dem Ausgleich nur Schönheitsfehler.
Schweinsteiger: Nach Trainingspause kam er ganz schwer ins Spiel. Fehlpässe, Ballverluste - mit einfachen Aktionen holte er sich die Sicherheit zurück. Wirkt weiter nicht 100-prozentig fit.
Khedira: Der Antreiber! Übernahm sofort das Kommando, obwohl er gleich schmerzhaft gefoult wurde. Schoss mehrmals gefährlich aus der Distanz. Belohnte sich mit sehenswertem Volleytor zum 2:1.
Reus: Löws Überraschung ging auf! Ein belebendes Element mit seiner Schnelligkeit und Ballsicherheit. Gleich zu Beginn viele Chancen. Immer bei Kurzpass-Aktionen dabei. Der Turnier-Neuling hämmerte den Ball zum 4:1 unter den Balken.
Özil: Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels: lief, passte, trickste. Der Real-Star beackerte fast jeden Quadratzentimeter des Rasens. Legte Klose zum 3:1 auf. Ein Tick Effektivität fehlt noch, aber um einiges besser als in den lezten Spielen.
Schürrle: Wollte zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Viele Ballverluste - ein fataler vor dem 1:1. Ließ sich nicht entmutigen. Suchte den Abschluss, fand ihn aber nicht.
Klose: Als Kombinationsstürmer diesmal erste Wahl. Meldete sich mit Abseitstor an (4.). An vielen guten Kombinationen beteiligt. Knapp zu spät (24.) - dann köpfte er sein 64. Länderspiel-Tor!
Müller: Erst überraschend auf der Bank. Als Einwechsler aber schnell im Spiel. Der Münchner wird seinen Stammplatz nicht kampflos räumen.
Gomez: Diesmal musste er 80 Minuten von draußen zuschauen. Kam für Klose, als die Partie schon entschieden war. Der Zweikampf um die zentrale Angriffsposition geht weiter.
Götze: Erste Turnier-Minuten für den schon leicht frustrierten Dortmunder. Löw baut das Supertalent wieder auf.
Foto: dpa
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