Zahnmobil im Einsatz für Obdachlose
Mit dem Zahnmobil "Hilfe mit Biss" soll in Hannover die medizinische Versorgung von Wohnungslosen und Menschen aus sozialen Brennpunkten verbessert werden. 21 Zahnärzte werden von sofort an zwei Mal die Woche ehrenamtlich an sozialen Einrichtungen im Stadtgebiet Patienten behandeln.
Wir wollen nicht das Angebot der Zahnmedizin ersetzen, sondern mit niedrigschwelligen Behandlungen einen Zugang zum Regelsystem schaffen, sagt Gottfried Schöne vom Diakonischen Werk.
Im Zahnmobil können akute Schmerzen behandelt und Erkrankungen mit Hilfe von Ultraschall- und Röntgengeräten diagnostiziert werden. "Wir wollen die Menschen vor allem aufklären und dazu bringen, in die Praxen zu gehen", sagte Zahnärztin Ingeburg Mannherz. Sie brachte die Idee gemeinsam mit ihrem Mann und mit Unterstützung des Diakonischen Werkes Hannover auf den Weg. Viele arme Menschen scheuten aus Angst den Arztbesuch, auch bei den Ärzten bestünden Vorbehalte, die abgebaut werden müssten.
Links zum Thema
- Website der Aktion: www.zahnmobil-hannover.de
Das Projekt finanziert sich in den ersten drei Jahren überwiegend aus Spenden, die Patienten müssen keine Praxisgebühr bezahlen. Zunächst werden mittwochs und freitags vier Einrichtungen angefahren, wo sich Wohnungslose treffen. Etwa 2500 Frauen und Männer leben derzeit im Jahresdurchschnitt in Hannover auf der Straße. Viele von ihnen haben erhebliche gesundheitliche Probleme.
Fotos: dpa
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