Gefährliche Raupe spinnt jetzt auch in Niedersachsen
Hautirritationen, Atembeschwerden, Augenreizungen: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind nur ungefähr so groß wie ein kleiner Finger, aber sehr gefährlich für den Menschen. Neue Karten zeigen zudem: Die Schädlinge verbreiten sich rasant.
Die für den Menschen gefährliche Raupe des breitet sich in Deutschland immer weiter aus – jetzt zum ersten Mal auch bei uns in Niedersachsen. Insgesamt sind nach Angaben des Julius-Kühn-Instituts (JKI) zehn Bundesländer betroffen. Da die Eichenprozessionsspinner sich in einem trocken-warmen Frühjahr besonders gut entwickelten, müsse 2012 wieder mit vielen Raupen gerechnet werden, berichtete das JKI. Auch der Klimawandel habe daher wahrscheinlich mit für die Verbreitung der Schädlinge gesorgt.
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- Informationen des Julius-Kühn-Instituts: www.jki.bund.de
Gefährlich sind die kleinen Härchen und Nester
Eichenprozessionsspinner schlüpfen meist im späten April und frühen Mai. Ihr Name geht auf die Art und Weise zurück, wie die Raupen an ihre Nahrungsplätze wandern - in einer Prozession, die bis zu 20 Spuren erreichen kann. Die giftigen Härchen der Tiere, die sie nach dem zweiten Häuten ausbilden, sind für Menschen sehr gefährlich. Es drohen Hautirritationen, Atembeschwerden und Augenreizungen.
„Am besten einen großen Bogen drumherum machen“
Die Nester seien ebenfalls gefährlich, weil sich dort auch nach dem Auszug der Raupen noch Härchen oder Häutungsreste befinden könnten, sagte JKI-Sprecherin Stefanie Hahn der Nachrichtenagentur dpa. „Nicht anfassen, nicht anstechen - am besten einen weiten Bogen drumherum machen“, warnte die Biologin. Wer trotzdem mit einem der fladenförmigen Gespinste in Berührung gekommen sei, müsse sofort zum Arzt.
Auch Wohngebieter immer häufiger betroffen
Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern stehen neu auf der JKI-Liste. Experten rechnen mit einer weiteren Ausbreitung in den kommenden Jahren. Immer häufiger seien die Tiere nicht nur in Eichenwäldern, sondern auch in Wohn- und Erholungsgebieten zu finden, sagte Hahn.
Spezialkräfte im Einsatz
Betroffene Landkreise fordert das JKI auf, gegen die Schädlinge beispielsweise mit zugelassenen Pestiziden vorzugehen. Das müsse allerdings vor dem dritten Larvenstadium der Tiere geschehen. „Danach geht das nur noch mit Spezialkräften.“ Die Gespinstnester sollten nach JKI-Angaben nicht mit Wasser entfernt oder verbrannt werden, weil sich die Brennhaare dann verbreiten könnten. Es verweist auf Firmen, die solche Nester absaugen. „Für diese Arbeiten sind vollständig abgeschlossene Schutzanzüge und ein Atemschutz notwendig“, mahnt das Institut jedoch.
Fotos / Grafik: dpa
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