20.04.2012
Happy Birthday!

"Bin noch zu haben..." - Älteste Hannoveranerin wird 110

Elsa Peck ist Hannovers älteste Bürgerin: 110 Jahre alt ist die Seniorin jetzt geworden. Und sie legt Wert darauf, ihren Mitmenschen zu gefallen.

Elsa Peck grinst frech, in ihren großen braunen Augen blitzt es, als sie sagt: "Ich bin noch zu haben." Die älteste Hannoveranerin nutzt den Rummel um ihren 110. Geburtstag zum Flirten. Adrett sitzt sie in ihrem Rollstuhl, eine große Schleife verziert den Kragen der leuchtend weißen Bluse. Fotografieren lassen will sie sich nicht ohne ihre Halskette. "Vielleicht bin ich eitel", gibt sie schmunzelnd zu, "aber man will den Menschen ja gefallen."

"Damals war es dörflicher"

Am 20. April 1902 wurde Elsa Peck im hannoverschen Stadtteil Vahrenwald geboren. Hier ging sie zur Schule, anschließend machte sie eine Schneiderlehre. "Da war es noch dörflicher", erinnert sie sich. "Die alten Leute trafen sich auf dem Friedhof zum reden - heute hocken sie vor dem Fernseher." Für die Jubilarin ist Fernsehen nichts, sie hört lieber "richtige Musik". Noch lieber aber singt sie selbst, im Singkreis des Seniorenheims. "Das Wandern ist des Müllers Lust" wünscht sie sich und stimmt mit klarer Stimme an, noch bevor die fünf anderen Teilnehmer die Seite im Liederbuch finden können.

scoll left

Glückwunsch zum 110.

scoll right

Elsa Peck hat ihr ganzes Leben in Hannover verbracht, abgesehen von ein paar Jahren in Erfurt. Seit mehr als 20 Jahren lebt sie nun schon in einem Seniorenheim. Ihr dritter Mann starb 1980.

"Die hat alles im Kopp"

Monarchie, Diktatur und Demokratie, zwei Weltkriege und der Kalte Krieg - ihre Erinnerungen könnten Schulbücher füllen. "Die Peck braucht keine Zeitung, die hat alles im Kopp", das sage die Pastorin immer zu ihr. An einer Wand des Wohnheimzimmers hängen Familienbilder, Hochzeitsfotos und Porträts der drei Kinder, sieben Enkel und neun Urenkel.

Es geht auch ohne Walzer und Romane

Aber Elsa Peck lebt nicht in der Vergangenheit, sie genießt ihr Leben Tag für Tag, auch mit 110 Jahren. Zwar musste sie das Lesen ihrer geliebten Romane aufgeben, weil die Augen nicht mehr mitmachen, und "einen Walzer kann ich auch nicht mehr tanzen", wie sie sagt - dafür schwärmt sie von Ausflügen an den Maschsee am Rande des Stadtzentrums und den Besuchen der Familie. Pläne für das neue Lebensjahr will sie trotz aller Rüstigkeit keine machen. "Nimm dir nichts vor, dann geht dir nichts quer", das habe ihre Mutter ihr beigebracht. Und dann ist da wieder dieses freche Grinsen, wenn die 110-Jährige vorschlägt: "Schreiben Sie doch einfach, sie steht mit beiden Beinen im Leben!"

Fotos und Text: dpa (Holger Hollemann / Teresa Dapp)
Jens
Jens Gümmer Freue mich auf Ihre Kommentare!

Vereintes-Niedersachsen.de

Das Online-Portal von Antenne Niedersachsen für Niedersachsens Vereine

bitte warten