2007:
Nach Zeitungsberichten streckte der Filmunternehmer David Groenewold die Kosten für einen Sylt-Urlaub von Christian Wulff und seiner heutigen Frau Bettina vor. Christian Wulff habe die Kosten später in bar ausgeglichen.
Sommer 2008:
Nach Medienberichten finanzierte der Filmunternehmer Groenewold den Aufenthalt in einer Sylter Ferienwohnung vor. Laut Wulffs Anwalt erstatte Wulff die Kosten in bar.
25. Oktober 2008:
Christian Wulff, damals Ministerpräsident von Niedersachsen, bekommt von der Unternehmergattin Edith Geerkens einen Privatkredit über 500 000 Euro zum Kauf eines Hauses in Burgwedel.
10. Dezember 2009:
Beim Nord-Süd-Dialog des Unternehmers Manfred Schmidt arbeiten 44 Studierende der Medizinischen Hochschule Hannover als Hilfskräfte. Olaf Glaeseker, Sprecher des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulffs, hatte laut Medienberichten den Landesbetrieb zuvor telefonisch um Unterstützung gebeten. Die Staatskanzlei in Hannover lehnte anschließend die Begleichung der Rechnung in Höhe von über 5.000 Euro ab, heißt es weiter.
16. Januar 2010:
Christian Wulff – damals noch Ministerpräsident in Niedersachsen - hat sich nach einem Bericht der Münchner Abendzeitung einen Ausflug zum Deutschen Filmball in München vom Marmeladen-Konzern Zentis samt Übernachtung im Bayerischen Hof finanzieren lassen. Wulff war wenige Wochen zuvor als Redner bei der Jahresabschlusskonferenz des Unternehmens aufgetreten. Die Zeitung beruft sich bei dieser Information auf Wulffs Anwalt Gernot Lehr.
18. Februar 2010:
Wulff antwortet auf eine mündliche Anfrage im niedersächsischen Landtag, dass es zwischen ihm und dem Unternehmer Egon Geerkens in den vergangenen zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben habe.
21. März 2010:
Die im Dezember 2009 aufgenommenen Gespräche mit der Stuttgarter BW-Bank führen zur Unterzeichnung eines kurzfristigen günstigen Geldmarktdarlehens, mit dem Wulff das Geerkens-Darlehen ablöst.
12. Dezember 2011:
Bundespräsident Wulff besucht die Golfregion und versucht Medienberichten zufolge, den Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann zu erreichen. Er spricht ihm auf die Mailbox und droht den "endgültigen Bruch" mit dem Springer-Verlag für den Fall an, dass diese "unglaubliche" Geschichte tatsächlich erscheine.
13. Dezember 2011:
Die Bild-Zeitung berichtet erstmals über Wulffs umstrittene Hauskauf-Finanzierung.
15. Dezember 2011:
Der Bundespräsident bedauert in einer schriftlichen Mitteilung, den Kredit von Edith Geerkens vor dem niedersächsischen Landtag nicht erwähnt zu haben. Zudem teilt er mit, er habe das Geldmarktdarlehen in ein langfristiges Bankdarlehen umgewandelt.
21. Dezember 2011:
Sechs Tage nach dieser Erklärung unterschreibt Wulff den Vertrag zur Umwandlung seines Darlehens. Das Dokument war nach Angaben der BW-Bank am 12. Dezember an Wulff geschickt worden.
22. Dezember 2011:
Christian Wulff entlässt seinen Sprecher und Vertrauten Olaf Glaeseker. Glaeseker habe selbst um seine Entlassung gebeten, meldet die Deutsche Presse-Agentur dpa unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld des Bundespräsidialamtes. Im Zuge der Berichterstattung über die Vorwürfe gegen Wulff habe sich abgezeichnet, dass sich die Erörterung nun auch auf das Privatleben Glaesekers ausweite. Auch zum Schutz seiner Familie sei Glaeseker nicht bereit gewesen, eine solche öffentliche Erörterung seines Privatlebens hinzunehmen.
22. Dezember 2011:
Der Bundespräsident nimmt erstmals persönlich Stellung und entschuldigt sich öffentlich für die entstandenen Irritationen. Er habe alle notwendigen Auskünfte erteilt.
27. Dezember 2011:
Der von Wulff unterschriebene Vertrag geht bei der BW-Bank ein. Die Laufzeit des Darlehens beginnt am 16. Januar 2012.
1. Januar 2012:
Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet als erste über Wulffs Versuch, die Berichterstattung über den Kredit zu verhindern. Wenig später folgt die "Süddeutsche Zeitung". Beide Blätter schildern, dass Wulff am 12. Dezember Bild-Chef Diekmann auf die Mailbox gesprochen und den "endgültigen Bruch" mit dem Springer-Verlag angedroht habe.
2. Januar 2012:
Wulff äußert sich nicht zu den Berichten, das Bundespräsidialamt erklärt aber auf Anfrage: "Die Presse- und Rundfunkfreiheit ist für den Bundespräsidenten ein hohes Gut."
5. Januar 2012:
Bild-Chef Diekmann bietet an, ein Wortlautprotokoll der Mailbox-Aufnahmen von Wulff zu veröffentlichen. Wulff lehnt ab. Seine Anwälte veröffentlichen stattdessen eine Stellungnahme und Zusammenfassung der bis dahin aufgelaufenen Journalistenfragen - rund 400.
10. Januar 2012:
Wulffs lässt über seinen Anwalt erklären, dass die 400 detaillierten Fragen und Antworten von Journalisten zur Kreditaffäre, deren Veröffentlichung der Bundespräsident in seinem Interview zugesagt hatte, nicht im Internet veröffentlicht werden. Als Begründung wird die anwaltschaftliche Verschwiegenheitspflicht angeführt, die auch für den Schriftverkehr zwischen Rechtsanwälten und Dritten gehöre.
18. Januar 2012:
Der Fragenkatalog wird nun doch veröffentlicht.
19. Januar 2012:
Die Staatsanwaltschaft Hannover durchsucht zusammen mit dem Landeskriminalamt die Privat- und Geschäftsräume von Wulffs einstigem engen Vertrauten Olaf Glaeseker und von Eventmanager Manfred Schmidt. Der Verdacht: Korruption.
20. Januar 2012:
Die hannoversche "Neue Presse" berichtet, dass 44 Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover sollen beim Nord-Süd-Dialog - einer privaten Veranstaltung - geholfen haben. Auch das Land, das zuvor eine Beteiligung abgestritten hatte, soll laut dem Bericht finanziell an der privaten Veranstaltung beteiligt gewesen sein.
26. Januar 2012:
Im Rahmen der Ermittlungen gegen Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker durchsucht die Staatsanwaltschaft Hannover dessen früheres Büro im Bundespräsidialamt. Die Behörde stellt Computerdateien und Unterlagen sicher.
2. Februar 2012:
Laut Zeitungsberichten prüft die Staatsanwaltschaft, ob Christian Wulff als Bundespräsident eine unberechtigten Vorteil in Anspruch nahm. Es geht um Berichte, nach denen das Ehepaar Wulff bereits im Sommer 2011 ein Vorserienmodell von Audi gefahren hat. Wulffs Anwalt dementiert einen "Prominentenrabatt".
2. Februar 2012:
Laut Zeitungsberichten prüft die Staatsanwaltschaft, ob Christian Wulff als Bundespräsident eine unberechtigten Vorteil in Anspruch nahm. Es geht um Berichte, nach denen das Ehepaar Wulff bereits im Sommer 2011 ein Vorserienmodell von Audi gefahren hat. Wulffs Anwalt dementiert einen "Prominentenrabatt".
16. Februar 2012:
Die Staatsanwaltschaft Hannover kündigt Ermittlungen in der Affäre an.
17. Februar 2012:
Christian Wulff tritt als Bundespräsident zurück.
Kommentare
Wulff
Ob das dem Amt gut tut das alles an die Öffendlichkeit gezert wird glaub ich nicht.
Jeder Politiker hat dreck am Stecken,wenn ihr in nicht wolltet warum habt ihr ihn dann gewählt????
Deutschland macht sich doch lächerlich in der ganzen Welt.Traurig,sehr traurig...