25.01.2012
Plädoyer des Staatsanwalts

Lebenslang Gefängnis für den Maskenmann

Wegen der besonderen Schwere der Tat will die Staatsanwaltschaft Martin N. außerdem in Sicherungsverwahrung bringen. Die Forderung ist keine Überraschung. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass der Angeklagte für noch mehr Verbrechen verantwortlich sein könnte.

Hat Martin N. noch mehr Kinder getötet?

Drei Morde an kleinen Jungen und mehrere Missbrauchsfälle hat Martin N. gestanden. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass zwei weitere Morde auf sein Konto gehen. Nur nachweisen können sie es ihm nicht. Vielleicht finden sich die fehlenden Beweise auf dem Computer oder den Festplatten des Verdächtigen - vorausgesetzt diese werden irgendwann geknackt. Denn Martin N. hat die Daten extrem gut verschlüsselt, die Schlüssel zu knacken ist extrem schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Sollte es gelingen, dann könnte Martin N. erneut vor Gericht stehen.

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Der Mordfall Dennis 2001

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Sicherungsverwahrung ist möglich

Die würde das Gericht verhängen, wenn vom Angeklagten weiter Gefahr für andere Menschen ausgeht. Martin N. hatte behauptet, dass er seit 2001 keine Kinder mehr missbraucht habe. Hat er sich nach 2001 weiter an Kindern vergangen, dann ist das ein klarer Hinweis darauf, dass der Angeklagte weiter gefährlich ist. Im Dezember war ein neuer Belastungszeuge aufgetaucht. Er hatte behauptet, Martin N. habe sich im Jahr 2007 an ihm vergriffen.

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Der Fall Martin N. - Die Chronologie

31. März 1992: Der 13-jährige Stefan verschwindet aus einem Internat in Scheeßel im Kreis Rotenburg. Fünf Wochen später entdecken Spaziergängerinnen die gefesselte Leiche des Jungen bei Verden.
24. Juli 1995: Der achtjährige Dennis R. wird aus einem Zeltlager am Selker Noor (Schleswig-Holstein) entführt. Knapp drei Wochen später findet ein Jogger die Leiche des Jungen in den Dünen nahe der dänischen Stadt Holstebro.
5. September 2001: Der neunjährige Dennis K. verschwindet in der Nacht aus dem Schullandheim in Wulsbüttel im Kreis Cuxhaven.
11. September 2001: Die Soko "Dennis" wird eingerichtet.
22. September 2001: Die DNA-Analyse gibt traurige Gewissheit. Es handelt sich bei dem toten Jungen um Dennis. Er wurde erstickt.
22. Dezember 2001: Die Polizei geht jetzt davon, dass Dennis K. und die anderen beiden Jungen einem Serientäter zum Opfer gefallen sind.
10. Februar 2011: Es gibt neue Hinweise und Zeugenaussagen zu den drei Morden. Die Polizei wendet sich bei einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit.
13. April 2011: Die Polizei nimmt in Hamburg einen Verdächtigen fest.
14. April 2011: Der aus Bremen stammende Pädagoge Martin N. gesteht die drei Morde.
15. April 2011: Die Polizei gibt auf einer Pressekonferenz die Festnahme von Martin N. bekannt.
15. Juli 2011: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Martin N. wegen dreifachen Mordes und sexuellen Missbrauchs in 20 Fällen.
27. Februar 2012: Martin N. wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellt die besondere Schwere der Schuld fest, eine vorzeitige Haftentlassung ist damit ausgeschlossen. Das Gericht ordnete außerdem Sicherungsverwahrung für Martin N. an.
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20 furchtbare Jahre

Von Anfang der 90er Jahre bis 2001 schlug das Phantom immer wieder zu. Drei Morde und rund 40 Missbrauchsfälle hat der 40-jährige gebürtige Bremer kurz nach seiner Festnahme gestanden. Dass es sich um einen Serientäter handelte, wird den Ermittlern erst nach dem Tod des kleinen Dennis aus Osterholz-Scharmbeck 2001 klar. Sie gründen eine Sonderkommission. 2007 gerät der inzwischen in Hamburg lebende Pädagoge Martin N. erstmals ins Visier der Fahnder, er war inzwischen aktenkundig. Nach einem Verhör lässt die Soko ihn aber wieder laufen. "Er hat uns belogen, aber das konnten wir ihm mit dem Stand von damals nicht nachweisen", sagt Menzel.

Fotos: dpa

Kommentare

Patrick aus Hemmoor
Patrick 26.01.2012 08:52

traurig

Kann jemand beantworten warum solche "Menschen" die in meinen Augen keine Menschen sind bei solchen Taten so verdammt gering bestraft werden? Es kann doch nicht sein das Mord und Kinderschändung In " belohnt werden. Die gehen ins Gefängnis kommen irgendwann wieder raus nach guter Führung usw und alles geht von vorne los solche gehören dahin wo sie nichts kosten die kosten nur Geld und Zeit. Wo ist das bitte Gerechtigkeit gegenüber der Angehörigen und Opfer. Die Strafen für Raupkopieren sind höher als die schlimmen Taten. Ich würde nur einmal bezahlen und das wär ein Flug zum Nord- oder Südpol da kosten sie dann nur einmal Geld es sind immer die kleinen Bürger die für den Abschaum gerade stehen müssen ungerecht hoch 10

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