Der Klaasohm geht wieder um
Nikolaus ganz anders: unverheiratete Frauen bekommen was auf den Hintern. Jedes Jahr auf Borkum.
Unverheiratet? Frau? Dann gibt's hinten drauf
Das gehört beim Klaasohm-Brauch auf Borkum fest dazu. Und wenn der Klaasohm mit seinem Horn zulangt, dann spürt man das auch.
Aber der Reihe nach: An jedem fünften Dezember abends gehen sechs Klaasohms um. Das sind verkleidete junge Männer - jeweils zwei kleine, mittlere und große sowie ein weiterer in der Rolle des Wiefke, das den großen Klaasohm begleitet. Wer welche Rolle spielt, das bleibt bis zum 5.12. abends ein ganz großes Geheimnis.
Moppe und Kloppe
Moppe gibt's für Frauen und Kinder. Dieser Honigkuchen ist für manche Frauen allerdings mit Schmerzen verbunden. Während Mütter und Kinder die Moppe einfach so bekommen, sind unverheiratete Frauen arm dran. Sie kriegen nämlich - siehe oben - vom Klaasohm mit dem Kuhhorn kräftigen eins aufs Hinterteil.
Manche Borkumer sagen denn auch, der Klaasohm ist für Festländer nicht zu verstehen, vor allem die Nummer mit dem Kuhhorn und dem Hinterteil. Denn dabei geht es nicht um einen harmlosen Klaps, das geht schon in die kräftigere Abteilung! Aber zum einen wissen unverheiratete Frauen, worauf sie sich in den paar Stunden der Klaasohm-Feier einlassen, wenn sie erwischt werden. Und als Kölner sage ich: Am Rosenmontag in der Kölner Innenstadt darf sich auch keiner beschweren, wenn er Bonbons oder Schokolade an den Kopf geworfen bekommt.
Ein Walfängerbrauch?
Einige Vermutungen gehen in diese Richtung. Als die Borkumer Männer noch auf Walfang gingen und nach Monaten nach Hause kamen, da hatten die Frauen das Regiment übernommen. Und deshalb musste ihnen handgreiflich klar gemacht werden, wer die Hosen anhat. Jetzt kommt das große "Aber": Wieso verteilt der Klaasohm dann die Moppe? Das klingt dann wieder mehr nach Sinterklaas, der niederländischen Form des Nikolaus.
Am D ist Schluss
Das ist ein Platz in Form eines "D" mit einer Litfaßsäule mitten drauf. Von dort springen die Klaasohms und das Wiefke in die Menge, die sie mit tausenden von Armen auffängt:
Fotos: Johann Beerens, Screenshot: YouTube




Kommentare
Wa kummt dat wech ?
Moin,
ganz früher, als die Holländer zum Walfang ausfuhren, haben sie gute
Seeleute gesucht. so kam es auch, dass Kommandanten für Walfangschiffe von unserer schönen Heimatinsel angeworben wurden.
Aber auch untere Mannschaften taten Dienst auf diesen Walfangschiffen.
Sie fuhren im Frühjahr aus und kamen zum Herbst/Winter wieder
zurück. wenn der Herr es seinen Befohlenen gestattete.
Es waren damals keine ungefährlichen Fahrten.
Es wurde unter Segel gefahren.
Und nicht all zu selten kam ein geliebter Vater und Ehemann vom Walfang nicht zurück.
In der Zeit der Abwesenheit des Familienoberhauptes geschah es auch
dass die auf dem Eiland zurückgebliebene Frau sich erdreistete den Platz des Familienoberhauptes einzunehmen.
(In der heutigen Zeit sehr lobenswert)
Dieser Umstand wurde damals mit Argwohn und böser List betrachtet.
Diese Wiwke, wie sie auf Klaasohm immer wieder auftritt, gab es wirklich. Denn genau sie war es, die den glücklich wiederheim- kehrenden Schiffbesatzungen zugeflüster hat, wer denn nun während
ihrer Abwesenheit, die dem Erwerb und damit dem Überleben auf der Insel geschuldet war, das Familienoberhaupt darstellen wollte.
Frauen haben eben dieses nicht zu tun, meinte man damals.
Und so haben die Seeleute sich damals den heute heidnischen Brauch
ausgedacht. Er wird bis heute praktiziert.
Es wurden Helme gefertigt. Verkleidet mit Schafsfell und Flügel van
doden Kaben ( Flügel von toten Möven ) Angekleidet mit weissen Zeug,
gingen die auserwählten Leute von Bord. Die Namen wurden nie preisgegeben, was aus heutiger Sicht nur verständlich ist.
Wiwke hat die Namen derer preisgegeben, die sich renitent entwickelt
haben und dann wurden eben diese vom Klaasohm besucht. Die Damen wurden entsprechend ihrer Fehltritte behandelt. I.d.R wurden in der darauf folgenden Fangzeit kein sozialen Entwicklungsirretationen mehr
festgestellt.
In den vielen Jahrzenten nach der Einstellung des Walfangs hat sich
dieses Fest, welches vom Borkumer Jungsvereins ausgerichtet wird,
zum festen Bestandteil entwickelt. Natürlich ist es heute nicht mehr
genau so, wie früher als ich klein war und auf den Schultern von
Papa gesessen habe um mal einen Kampf mit anzusehen, was eigentlich verboten war. Kleinkinder war es nicht erlaubt den Kämpfen im "Georg Fock Saal" beizuwohnen. ( So was dat bi mi )
Man kann für dieses Fest Kommentierungen und Meinungen gerne
mitteilen, teilhaben und vielleicht auch mitfühlen wenn die Hörner
erklingen, kann nur ein Borkumer. Das sind Die, die dort geboren sind
und ihre Prägung währendes des Heranwachsens erhalten haben.
Gott segne Die, die keine Ahnung haben und es trotzdem nicht weitererzählen !!!
Mediis tranquillus in Undis
Fietje von Börkum
Hit Radio Antenne Team
Vielen herzlichen Dank für das überdenken ihres Filmbeitrages hinsichtlich unseres Klaasohmfestes - mit der Hintergrundmusik!
(Viedeo nicht mehr online - 08.12.2011 - 19:39 Uhr)
Trotz dessen sind Sie als Medienberichterstatter, meiner Meinung zur Folge, gerne auf unserer Insel herzlichst Willkommen!
Exil Borkumer - und Stolz drauf
Das Borkumer Volk an sich ist schon etwas eigenartig. Ich sage das nicht ohne Hintergrundwissen. Bin selber dort geboren und aufgewachsen. Und das Fest ist zu einer Schande geworden.
Traditionen müssen sein, das steht außer Frage. Aber wie einige hier schon richtig argumentiert haben, ist nach dem Grundgesetz nun mal die Pressefreiheit gegeben (auch die Meinungsfreiheit). Das Fest findet auf öffentlichen Straßen statt und so hat der VBJ kein Anrecht darauf, Ton-, Film und Videoaufnahmen zu verbieten. Sie können höflichst drum bitten dies zu unterlassen. Der Kampf vor Beginn des „Umzuges“ ist da schon anders zu betrachten. Dieser wird in einem geschlossenen Gebäude abgehalten, der vom VBJ angemietet wird und somit auch das Hausrecht geltend macht.
Sich der Tradition hinzugeben, ledige Frauen auf den Hintern zu schlagen, versteh ich allerdings auch nicht so ganz. Ich weis noch, das es schon einige schwere Verletzungen gab. Brüche, Prellungen und Verstauchungen. Denn unter dem Alkoholeinfluss der Fänger und Mitläufer gerät dieses auch schon mal arg außer Kontrolle.
Auch schreibt der Autor, dass sich das verteilen der Moppe eher nach Nikolaus anhört. Auch, wenn es nach der Niederländischen Art ist. Wir mussten als Kinder noch ein Gedicht aufsagen um Moppe zu bekommen:
Sünnerklaas, du gaude blaud
bring mi´n stückchen zuckergaud;
nich taufööl un nich taumin:
schmiet mi´t man taut schöstein in,
mit´n langen band doran,
dat ick´t ock mn griepen kann!
Also ist seine Vermutung ja wohl nicht weit hergeholt mit dem Nikolaus. Tradition mit Walfang hin oder her.
Und lasst die Menschen schreiben, filmen und Fotos machen.
Und eins muss man ganz klar sagen: Die Borkumer haben ein Talent dafür, ihre Vergangenheit zu verschleiern.
Klaasohm
Jetzt werden wir auch noch beleidigend "TL"? Genauso kann man dich fragen wie du hierher geirrt bist und dich darüber aufregst, dass sich andere darüber aufregen.. merkst du was? Ist ein Teufelskreis oder nicht?? Wenn du es lächerlich findest, dann schreibe einfach nichts. Überhaupt, was legst du eigentlich für eine Arroganz an den Tag? Wie wenig du von Klaasohm hältst, kann man unmissverständlich erkennen, aber fällst du mit anderen Menschen so hart ins Gericht? Ganz schön wenig weltoffen - da macht man sich wenig Freunde.
Ich bin Borkumerin und kann nicht fassen was ich hier lese bzw höre.
Traditionen sind etwas wunderbares und meistens stößt es bei Außenstehenden auf Ablehnung und das ist auch in Ordnung. Wichtig ist, dass man jedem gegenüber tolerant ist. Ich bin selbst kein großer Fan von Klaasohm, aber ich kann auch einfach zu Hause bleiben und es dabei belassen.
Ich muss ehrlich sagen, dass mich so mancher Kommentar - auch von meinen Mit-Insulanern - zum lachen bringen musste. Die Borkumer Jungens sind nicht unschuldig, weil sie gegenüber !solchen! Texten keine Stellung nehmen. Das würde so manches Missverständnis (und es gibt viele!!) ein für alle mal klären.
Den gesamten Text über Klaasohm finde ich sehr schwammig, der Autor scheint sich gar nicht richtig mit dem Thema befasst zu haben. Und dann auch noch dieses Video, aus Youtube. Ganz ehrlich, ist das seriös? Wie gut, dass Sie die Quelle genannt haben, sonst hätte ich kurz vergessen wo ich hier bin. Ich wage einfach mal einen unpassenden Vergleich, wie Sie es getan mit Klaasohm und Karneval, Herr Möhring: Das alles hier hat irgendwie das Niveau zwischen der BILD-Zeitung und den "Charme" von Karl-Theodor zu Guttenberg.
Ilsebill ?
Kommen Sie von Borkum ?
Wenn ja ,dann verstehe ich sie nicht .
Ich heule nicht rum ich spreche für viele Borkumer .
Nichts mit Pressefreiheit . Wenn man ein bisschen (ohne Bilder & Videos) darüber berichtet ,damit die anderen wissen was das ist ,finde ich das okay. Aber so geht es zu weit. Am besten alles ohne Details etc. Das kann man aber nicht verhindern.
Das ist Ihre Meinung ,und ich habe meine . Da braucht man mich bestimmt nicht so zu beleidigen .
Schönen Tag noch.
Sonst noch Sorgen?!
Wie kann man sich über so einen belanglosen Schrott so aufregen!
Das Veröffentlichen von Videos oder Bildern fällt unter die Pressefreiheit und wenn man irgendwie in der Öffentlichkeit rumhampelt, hat man sicherlich kein Recht sich anschließend über Publikationen zu beschweren.
Und wenn so ein "Fest" geheim gehalten werden soll, dann sollen sich die Leute doch in einer Scheune treffen, abschotten und einschließen.
Dass erwachsene Menschen über so etwas diskutieren, ist mir unbegreiflich...
Ss gibt wichtigere Dinge auf der Welt als irgendein olles Fest auf einer Insel, von deren Existenz 90% der Bevölkerung wahrscheinlich nicht einmal wissen!
Borkumer-Frage
Ilsebill 07.12.2011 08:26 schrieb..............; well is Ilsebill! ......dann sollte man bis zu einem gewissen Punkt Informationen liefern und mithelfen - nur zu einem gewissen Punkt und nicht weiter - und so soll es auch bleiben.
Borkumer haben keine Sonderrechte.....doch, Borkumer dürfen dass, da kümmer die man nei um!
Wer ein anachronistisches (altmodisches) Fest feiert...... deshalb heißt es ja Brauchtum und Tradition.
Es ist borniert (unbelehrbar-engstirnig), wenn man dann als "Borkumer", sind wir Borkumer nicht - wir sind offen für jeden Gast der zu unserer Insel kommt; nur gewisse Informationen werden wir nicht preisgeben.
Anmerkung: Könnte es sein, dass Sie selbst mit ihrer Lebenssituation nicht ganz zufrieden sind!
Musik ausblenden
Dass die Borkumer am Klaasohm unter sich sein möchten, ist zu respektieren. Klaasohm ist ein uralter Brauch auf dieser Insel, an dem nichts verwerfliches ist. Niemand wird hier zu irgendetwas gezwungen oder gar - wie vielleicht der eine oder andere vermuten möchte - unter Schmerzen geschlagen. Alle Borkumer und Borkumerinnen wissen um diesen Brauch und wer nicht dabei sein möchte, geht halt auch nicht raus an diesem Abend. Alle die dabei sind, haben jedenfalls ihren Spaß, so wie bei vergleichbaren Brauchtumsfesten in anderen Regionen.
Wer allerdings meint, dass in der heutigen Zeit von Facebook und Twitter eine Berichterstattung über solche Veranstaltungen zu verhindern sei, der hat die Entwicklung der Medien völlig verschlafen. Auch auf Borkum selbst wird schließlich öfentlich darüber berichtet. So hat die Borkumer Zeitung auf vielen Seiten Berichte und Fotos veröffentlicht.
Wo ich allerdings den Kritiker absolut recht gebe, ist die Untermalung dieses Videos mit der völlig unmöglichen Musik. Das ist leider völlig daneben gegangen. Und der Autor täte gut daran, das zu ändern.
Borkumer
Warum müssen wir Borkumer uns eigentlich immer rechtfertigen, warum wir Klaasohm lieber nicht so publik machen wollen. Wir möchten es einfach nicht und fertig. Das ist unsere Meinung und die sollte man respektieren. Wir sind das ganze Jahr für die Gäste da und geben meistens unser Bestes. Viele Borkumer sehen sich das ganze Jahr nicht, weil sie entweder auf dem Festland arbeiten, oder aus anderen Gründen. Wir freuen uns, dass wir wenigstens einen Tag im Jahr so feiern können, wir wir wollen, ohne Rücksicht zu nehmen, oder uns erklären zu müssen, warum wir was wie und wieso machen.
Bitte respektieren sie einfach unsere Ansichten!
Danke
Old Webbel Borkum
Unserer Brauch, dass Klaasohmfest ist in keiner Form vergleichbar mit anderen Bräuchen, da es einzigartig ist. Ferner stört es den Schreibern nicht unbedingt das textlich niedergeschriebene, sondern der
Screehot mit der karnevalistischen/Zirkuseinmarsch-Ramtamtam Musik. Denn mit Karneval hat unser Brauch in keiner Art und Form - überhaupt nichts zu tun. Ein Vergleich kommt auch nicht in Frage. Ferner ist es Brauch und Sitte, nicht alles preiszugeben und dass seit 1830 - und dass ist gut so! Offen für Medienbeiträge hinsichtlich der Presse und des Fernsehens, sind wir durchaus, wennn dieses auch journalistisch richtig dargestellt ist. Nur bei unrichtigen Beiträgen sagen wir durchaus unsere Meinung, jeder auf seine Art und Weise. Dadurch nochmals die Bitte, überdenken Sie ihren Filmbeitrag mit der Hintergrundmusik! - Vorheriges siehe.....