Ex-Küster hatte Kinder missbraucht
Er hat vor Gericht gestanden. Aber anscheinend sieht sich der Mann auch selbst als Opfer. Seine Aussage: "Ich habe doch nichts Brutales gemacht".
Jahrelanger Missbrauch unter dem Dach der Kirche
In seiner Dienstwohnung im Gemeindehaus einer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde hatte der 55 Jahre alter Küster jahrelang Jungen sexuell missbraucht. Vor Gericht in Oldenburg schilderte er offen seine Taten. "Ich habe das immer so verstanden, dass sie alle einverstanden waren", sagte der 55-Jährige am ersten Prozesstag. Und er sieht sich auch in der Opferrolle. "Viele haben wohl Zärtlichkeit gesucht, und die haben sie bekommen. Ich habe ja nichts Brutales gemacht." Es seien viele Jungen zu ihm in die Wohnung gekommen. "Ich habe nie gesagt, zieh dich aus." Die Gemeindewohnung bezog der gebürtige Wilhelmshavener im Jahr 1994.
Eine jahrelange Kette von Missbrauchsfällen
Angeklagt sind 13 Fälle aus den Jahren 1998 und 1999 sowie 2009 und 2010 mit zwei damals 12- und 13-jährigen Jungen. Die sexuellen Handlungen an den Kindern und Jugendlichen wurden vom Angeklagten akribisch aufgeschrieben - mit Datum und allen Details. In der Wohnung des Küsters hatten die Ermittler Hunderte von Videos und DVDs, Fotos und selbstangelegte Ordner sichergestellt. Ein Psychiater bescheinigte dem Angeklagten in seinem Gutachten eine pädophile Störung und eine homosexuelle Orientierung. Die Plädoyers und das Urteil am 21. Oktober kommen.
Fotos: dpa




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