Niedersachsens größter Lego-Fan
Auch Erwachsene lieben Lego. Stephan Sander ist einer dieser Lego-Fans. Der 39-Jährige baut am liebsten berühmte Filmautos nach. Sein Fundus an Spielzeugsteinen ist riesig.
von Jenny Hagedorn (dpa)
Lego, soweit das Auge reicht: Auf dem Dachboden der Familie Sander aus Langenhagen bei Hannover sind die Kisten mit den kleinen Spielzeugsteinen meterhoch gestapelt. Die Regale sind voll, auf den Tischen eine Landschaft mit Häusern, Menschen und Autos - vielen Autos. Es ist aber nicht das Spielzimmer von Maja (8) oder Timo (6), sondern das ihres Vaters Stephan. Der 39-Jährige ist ein erwachsener Lego-Fan, auch Adult Fan of Lego (AFoL) genannt. Am liebsten baut er Autos, vor allem berühmte Autos aus Filmen.
Mit dem Testarossa fing es an
"Autos mochte ich schon als Kind gerne. Und mit Lego habe ich damals ohne Ende gespielt", erinnert sich der IT-Spezialist. So war es auch nicht verwunderlich, dass ein Modell eines Ferraris - ein Geschenk seiner Schwiegereltern - vor zehn Jahren die alte Leidenschaft wieder entfachte.
Zunächst baute er jedoch noch in normaler Lego-Größe: vor allem Autos, aber auch Spaceshuttles. Das änderte sich mit einem Besuch mit Freunden im dänischen Lego-Land Billund vor etwa fünf Jahren: Ein Kumpel sagte damals zu ihm, dass dort ein Ferrari-Testarossa stehe. "Ich habe daraufhin gesagt, das sei nie im Leben ein Testarossa. Denn der ist hinten viel breiter", blickt Sander zurück. Wieder zu Hause begann er, einen Testarossa zu bauen - im Maßstab 1:20, also etwas größer als vorher. Von da an baute er nur noch in dem Maßstab. "In der Größe kann man die Details gut darstellen, es ist aber trotzdem noch nicht zu groß", sagt der Lego-Fan. Und detailgetreu sind seine Werke wirklich: In einem riesigen Medienzentrum beispielsweise - für das 35 000 Steine verbaut wurden - sitzen die Menschen an winzigen Computern, Billardtische stehen an den Wänden.
"Die Fantasie ist die Grenze des Machbaren"
Aber eigentlich hat Stephan Sander das Hauptaugenmerk auf Autos gelegt. Nicht auf irgendwelche, sondern vor allem auf berühmte Autos aus Filmen: So steht ein Ecto 1 der Ghostbusters neben dem De Lorean aus "Zurück in die Zukunft". Der 39-Jährige baut aber auch ganz normale Autos nach, unter anderem sein eigenes Auto. Etwa vierzig Wagen sind mittlerweile zusammen gekommen. Sein aktuelles Projekt ist ein Porsche 928; in nächster Zeit möchte er sich an seiner ersten Lok probieren. "Das Schöne an dem Hobby ist: Wenn man sich etwas vorstellen kann, kann man es auch bauen. Die Fantasie ist die Grenze des Machbaren", sagt Sander.
Stephan Sanders Homepage: www.x-brick.de
20 Stunden für ein Auto
Die Modelle von Stephan Sander sind allerdings keine Technic-Produkte, sondern Eigenkreationen. "Etwa 20 Stunden brauche ich für ein Auto. Nach zehn Stunden sieht es wie ein Auto aus. Dann noch zehn Stunden, um die Details anzupassen", sagt er. Etwa 500 Teile benötige er für ein Modell. Wichtig ist ihm dabei vor allem eins: Es wird nicht geschliffen, gebohrt oder gemalt. Der Stein wird genommen wie er ist.
Zu Beginn habe ihn so mancher Kollege ein wenig komisch angeguckt, wenn er sagte, er fahre ins Legoland und lasse seine Kinder bei der Oma. Aber das hätte sich mit der Zeit gegeben. Und auch die Familie kann sich mit der Freizeitbeschäftigung arrangieren. Vor allem Sohn Timo ist begeistert von dem Hobby des Papas.
Fotos: Stephan Sander / dpa




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