03.02.2011
Polizei unter Überlast

Zwei Millionen Überstunden

Erst der Castor-Einsatz, dann der Terroralarm, da kam einiges zusammen.

Gewerkschaft der Polizei schlägt Alarm

Im Schnitt hat jeder Polizist bei uns in Niedersachsen laut Gewerkschaft 50 Überstunden – rechnet man alles zusammen, kommt der Berg von 2 Millionen Stunden zusammen. Um sich von dieser Summe ein Bild zu machen. Die Zahl der Stunden entspricht rund 83.300 Tagen oder über 228 Jahren.

Und setzt man pro Stunde nur bescheidene 20 Euro an, dann schuldet das Land den Beamten quasi 40 Millionen Euro.

Wie kommt so ein Überstunden-Monster zu Stande?

Da war zum einen der Castor-Transport im Herbst. Er dauerte viel länger als geplant und beschäftigte zig Polizisten. Dann kam der monatelange Terroralarm dazu. Die Polizei wurde stärker als sonst für Sicherungsaufgaben eingesetzt. Quasi am Rande kommen noch ein paar Großveranstaltungen dazu, Fußballspiele zum Beispiel.

Und der ganz normale Dienst - Einsätze bei Verkehrsunfällen, Ermittlungen gegen Kriminelle, Streifendienst in den Städten und auf dem Land - will außerdem weiter erledigt werden.

Polizisten schieben Frust

Der Verschleiß ist groß. Die Gewerkschaft der Polizei spricht von vielen kranken Kollegen. Der Vorwurf der Gewerkschaft: die Politik, konkret Innenminister Schünemann, stellt nicht wesentlich mehr Beamte ein. Und das habe das Vertrauen der Polizisten in die Politik erschüttert. Die Gewerkschaft der Polizei stützt sich bei dieser Aussage auf eine Online-Umfrage. Die Ergebnisse hat es in sich: Nur noch 1,7 Prozent der Beamten in Niedersachsen gaben an, Vertrauen in die Politik zu haben. Als "unseriös" bezeichnete das Innenministerium die für jedermann zugängliche Abfrage im Internet und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen des niedersächsischen GdP-Chefs Dietmar Schilff. Eine weitergehende Stellungnahme lehnte das Innenministerium aus diesen Gründen ab.

Fotos: dpa, Hit-Radio Antenne

Kommentare

Polizeibeamter 05.02.2011 12:31

und wieder ein Klatsche

unserios also--- gab es das nicht schon einmal ? Damals hies es nicht repräsentativ, Werter Herr Innenminister, es ist Ihre Polizei, welche das so Stück für Stück kaput geht -- aber solange wir sogar deutlich über 60 % Aufklärungsquote erreichen ist ja alles hübsch.

Ich frage mich, wie man so cool bleiben kann, wenn solche Ergebnisse zum Vorschein kommen? Wenn die GdP -solche unseriöse populistischen Umfragen startet, auswertet und Ihnen zu Verfügung stellt und sie der Meinung sind- taugt nix, dann mal ran und selber erfragen, wie weit Schiff und Mannschaft noch dem Kapitän folgen können.
Oder etwa Angst vor den Ergebnissen ? Angst vor Meuterei?

Schön wenn man auf offenem,tosenden Meer ist, ein Sturm dem nächsten folgt und man nur noch in den sicheren Haffen möchte , da fällt das Meutern der Mannschaft schwer. Warum fumtioniert den Poizei noch - bestimmt nicht, weil sie ihrer Fürsorgepflicht nachkommen! Viel mehr, weil die Kollegen und Kolleginnen immer noch ein Ziel vor Augen haben- nämlich ein Berufsbild, zu welchem sie sich Berufen fühlen.

Ein Polizeibeamter 04.02.2011 18:19

Innenministern steht nicht zu SEINEM personal

Dazu kommt, das ein Innenminister wie wir ihn in Niedersachsen haben, nicht annähernd an sein personal denkt!
Wobei man das auch nicht so richtig sagen kann, denn er denkt ja jeden Tag daran wie er der Polizei das leben noch schwerer machen kann...
- kein Weihnachtsgeld
- kein Urlaubsgeld
- lächerliche 1,25€ für Nachtdienste
- einsparungen im Personal (konkret 2010 100 Einstellungen weniger)
- Einsparungen beim Material (aktuell bei der Wasserschutzpolizei und der Hubschrauberstaffel
- und ein sinnloses dienstpostenkonzept was uns polizeibeamten den Zugang zu höheren Ämtern fast total verbaut!

Und wie kann es dann noch sein, dass dieser Mensch auch noch Umfragen anzweifelt, die die Laune SEINES Personals ausdrückt? Eine Bodenlose Frechheit, Herr schünemann!

Hinzu kommt, dass er jetzt sogar ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes anfechten möchte, dass die anrechnung von (-Stunden) der Polizei regeln soll - wir arbeiten nämlich in unserer bereitschaftszeit nur zu 33% - die nächste Frechheit, Herr schünemann!

Wenn man Herrn schünemann - ähnlich wie er uns - nach Eignung, Leistung und befähigung vergüten würde, dann bleibt da nicht mehr viel! SETZTEN SECHS!!!

Ich würde mich freuen, wenn ein Innenminister zu seinem Personal stehen würde und es nicht behandelt wie Sklaven in einem käfig, der Polizei heißt! Oder das er zumindest die Energie, die er in seinen einsparungswahn steckt, nur zur hälfte der zukunft SEINER Polizei widmen würde...wie wäre das doch schön!

Nehmen sie sich das zu Herzen, Herr schünemann, oder machen sie den Platz und den weg frei - für eine SICHERE ZUKUNFT!!!

Polizeibeamter 04.02.2011 15:57

Unseriös

Wenn der Innenminister die Umfrage der Gewerkschaft der Polizei für unseriös hält, warum läßt er dann keine eigene Umfrage bei den Beschäftigten der Polizei durchführen?
Es könnte allerdings sein, dass diese seriöse Umfrage auch nicht zu seiner Zufriedenheit ausfällt.

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