Norovirus legt Schulbetrieb lahm
Das Norovirus, das einen intensiven Brechdurchfall hervorruft, hat eine Grundschule komplett erfasst. Als am Mittwoch über 70 Kinder erkrankten, zog die Schulleitung die Reissleine und machte die Schule dicht. Frühestens am Montag wird wieder Unterricht stattfinden können.
Das Virus hat sich in Bookholzberg offensichtlich explosionsartig ausgebreitet. Bis gestern Mittag hatten sich bereits mehr als 70 der insgesamt nur 250 Schülerinnen und Schüler krank abgemeldet. Keine der 13 Schulklassen ist davon verschont geblieben. In der Nordwestzeitung beschreibt die stellvertretende Schulleiterin chaotische Zustände, Kinder übergaben sich plötzlich in Klassenräume und Flure. Nun muss schleunigst der Ursprung des Virus gefunden werden.
Um 10:15 Uhr wurde "evakuiert"
Als immer mehr Schüler erkrankten, fiel die Entscheidung gemeinsam mit Vertretern des Gesundheitsamtes schnell. Um 10:15 Uhr lautete der Beschluss: Die Schule bleibt ab sofort bis zum Wochenende geschlossen. Das sei die beste Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Dr. Leonhard Hamschmidt, ärztlicher Leiter des Gesundheitsamts, dem Blatt. Oberstes Gebot sei Hygiene und damit hätten die Grundschüler nun mal Schwierigkeiten. _______________________________________________________________________
Links zum Thema
- Ausführliche Informationen des Landesgesundheitsamts zum Norovirus: www.nlga.niedersachsen.de
- Verhaltensregeln bei einer Erkrankungen und zum Schutz vor Ansteckung: Infoblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (pdf)
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Kam das Virus aus Oldenburg?
Erst Mitte August hatte das Norovirus an der Uni in Oldenburg gewütet. Über 250 Menschen hatten sich angesteckt, vor allem Mitarbeiter der Uni, da aufgrund der Semesterferien nur wenige Studenten in der Uni waren. Mit intensiven Hygienemaßnahmen bekam man das Virus unter Kontrolle. Wichtig ist es vor allem, sich häufig die Hände zu waschen und sich nicht im Gesicht zu berühren. Personen, die am Norovirus erkrankt sind, sind auch noch 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome ansteckend. Das Virus verbreitet sich über Tröpfcheninfektion, die Inkubationszeit beträgt 12 bis 48 Stunden.
Hintergrund: Das Norovirus sorgt für Ärger
Noroviren werfen Erkrankte ganz schön aus der Bahn. Ein bis zwei Tage nach der Infektion geht es los: Plötzliche Übelkeit, starkes Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe und Kreislaufprobleme. Im Schnitt ist man dann zwei Tage völlig außer Gefecht gesetzt. Gegen das Norovirus ist kein Kraut gewachsen. Man kann nichts anders tun als abwarten, bis die Krankheit abgeklungen ist. Das Tückische: Das Virus verbreitet sich von Mensch zu Mensch aber auch zum Beispiel über verunreinigte Türklinken - dabei bleibt es auch außerhalb des menschlichen Körpers über Tage ansteckend.
Noro-Saison im Winter und Frühjahr
Regelmäßig kommt es in der kalten Jahreszeit zu vermehrten Norovirus-Infektionen, die sich epedemieartig ausbreiten können. Doch das Virus ist das ganze Jahr über unterwegs. In Niedersachsen gibt es eigentlich immer eine mindestens dreistellige Zahl von aktuellen Infektionen.
Auf hoher See
Interessanterweise sucht sich das Norovirus relativ häufig Kreuzfahrtschiffe aus, um dort Unheil zu verbreiten. Dort findet es meist optimale Bedingungen: Viele Leute auf relativ engem Raum. Prominentester Fall war im Janar 2007 die "Queen Mary 2", auf der rund 300 Leute erkrankten. Einen Monat vorher war der Kreuzfahrtgigant "Freedom Of The Seas" betroffen. Dort waren 700 Menschen betroffen. Vor gut einem Jahr hat es auch ein Schiff einer Bremer Reederei, die "Marco Polo" erwischt. 76 Reisende infizierten sich mit dem Norovirus.
Foto: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Werner Stapelfeldt - Fotolia.com




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Virus wird nicht über Tröpfcheninfektion übertragen
Stuhl und Erbrochenes sind die Übertragungswege. Weniger als 100 Viruspartikel reichen zur Ansteckung. Ein Gramm infektiöser Stuhl hat mehrere Millionen Viruspartikel.