29.09.2010
20 Jahre Deutsche Einheit

Wie denken Sie nach 20 Jahren über die Wiedervereinigung?

Vor 20 Jahren wuchsen Ost und West zusammen. Die DDR hörte auf zu existieren. 40 Jahre Teilung Deutschlands waren vorbei - davon 28 durch Mauer und Stacheldraht. Wenn Sie zurückblicken - wie denken Sie heute über die Deutsche Einheit?

Ich persönlich habe die Zeit der Teilung nur als Kind erlebt. Ich kenne die DDR vor allem aus dem Fernsehen. Damals habe ich häufig Ost-Kinderfernsehen geschaut: "Mach mit, mach's nach, mach's besser" mit Moderator "Adi", Pittiplatsch und tschechische Märchenfilme. Erst mit dem Beginn der Wendezeit 1989 (damals war ich 13) habe ich allmählich verstanden, was die Aufspaltung Deutschlands in zwei Staaten und zwei Systemen bedeutet. Damals habe ich mich sehr über den Fall der Berliner Mauer gefreut. Ich erinnere mich noch gut daran, wie kurz danach zum ersten Mal eine Familie mit ihrem Trabbi durch unser Dorf gefahren ist. Dass nach der Wiedervereinigung politisch vieles hätte besser laufen können, ist sicher richtig. Noch heute gibt es sicherlich viele Hürden zu überwinden. Trotzdem betrachte ich die Deutsche Einheit immer noch als Glücksfall. Auf in die nächsten 20 Jahre!

Doch uns interessiert vor allem, was Sie darüber denken...

Erzählen Sie uns Ihre Geschichte, berichten Sie von Ihren Erfahrungen!

20 Jahre Deutsche Einheit: Was verbinden Sie heute mit dem Ereignis der Wiedervereinigung? Wie ist ihr Leben im wiedervereinigten Deutschland verlaufen? Schreiben Sie uns. Wir wollen wissen, wie die Niedersachsen über 20 Jahre Deutsche Einheit denken!

Foto: dpa

Kommentare

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Silvia aus Rhauderfehn
Silvia 04.10.2010 10:32

Für die Wiedervereinigung Danke

Zu der damaligen Zeit war ich gerade 23 Jahre alt. Ich wohnte in der ehemaligen DDR ,in einer Gegend wo sehr viele Menschen über Nacht über die Grenze geflüchtet sind.Viele Familien die gefasst wurden ,wurden von ihren Kindern getrennt.
Sie selbst kamen in Untersuchungshaft und die Kinder in Heimen. Einige ließen ihre Kinder auch allein zurück.Es war eine schrecklige Zeit. Polizei und Grenzschutz fuhr die halbe Nacht und Hubschrauber hörte man zeitweise auch. Abends raus gehen,machte uns große angst. Nur in Begleitung und mit Ausweis.Viele Urlauber die bei uns in der Gegend waren, wurden mindestens bis zu 8 x täglich kontrolliert.(Ausweiskontrolle) Die Urlauber brachen ihren Urlaub ab und fuhren nach Hause zurück.Und dann plötzlich hieß es,die Grenze ist offen,endlich die Erlösung für Alle. Endlich wieder viele Familien vereint,es war kaum fassbar.Wir verfolgten alles weitere im Fersehn. Erst hieß es zwar noch,wir müssen einen Antrag beim Rat der Gemeinde stellen und begründen warum wir in den Westen reisen wollen.Dann über Nacht wurde alles gekippt.Wir brauchten keinen Antrag mehr.Nun sollten wir einen Paß beantragen ,diese Vereinbarung wurde abermals gekippt,nur noch mit Ausweis hieß es dann.Im Anschluss kam das Begrüssungsgeld für DDR Bürger.Uns war flau im Magen beim überqueren der Grenze, aber wir waren neugierig ,was uns dort erwarten wird.Sie machten Taschenkontrolle und dann durften wir endlich rüber gehen.Meine Tochter war damals 1 Jahr und 4 Monaten und total begeistert .Woher meine Kleine die 15 Smilies auf Ihren Kosmonautenanzug plötzlich hatte, ich weiß es bis heute nicht.Meine Eltern und ich ,haben meine Kleine abwechselt getragen.Wir wollten uns das Begrüssungsgeld holen und bisschen für die Kleine kaufen.In einen Schuhhaus wurde meine Tochter wie eine Prinzessin behandelt, ich war sprachlos.Sie hatte Luftballons ,kleine Tafeln Schokolade geschenkt bekommen und wir kauften richtig warme Stiefelchen.Von der frischen Luft ,von der reichlichen Auswahl an allem ,wie z.B.:Babykost und Windeln und durch warme Stiefelchen schlief sie später in meinen Armen ein. Ich bin so froh und so dankbar das es so gekommen ist.

Vanessa aus Hannover
Vanessa Casper 30.09.2010 12:30

Also an mir ist die Wiedervereinigung etwas Vorbeigegangen. Ich war damals 6 Jahre alt und solange ich mich zurückerinnern kann, ist Deutschland eine Einheit. Man sagt zwar immer noch "die aus dem Osten", aber das ist für mich eher geografisch zu sehen. Schließlich sagt man ja auch "die aus dem Süden".

Dr. Axel Bieling 30.09.2010 06:05

Zurück zur Normalität

Ich bin sehr dankbar, in einer Zeit zu leben, wo ich ganz bewußt den Bau der Mauer (August 1961 war ich Wehrpflichtiger in Stade) und 28 Jahre später den Fall der Mauer miterleben durfte. Heute ist es für mich selbstverständlich, auf der Autobahn die ehemalige Demarkationslinie zu "überfahren" und mich dann genau so frei durch die herrliche Landschaft zu bewegen, als ob ich durch Emden spazieren ginge. Es ist shön und richtig, dass wir wieder zusammen sind.

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