1. Ziegen haben den Kaffee entdeckt: Um die Entdeckung des Kaffees ranken sich viele Legenden. Eine erzählt, dass einige seiner Ziegen einem Hirten viel Arbeit bereiteten, weil sie auch nachts ständig herumsprangen. Der Hirte klagte sein Leid einem Mönch im nahe gelegenen Kloster. Neugierig geworden entdeckte dieser, dass die aktiven Ziegen regelmäßig von einem Baum mit roten Früchten naschten. Er sammelte diese Früchte,
bereitete daraus einen Sud und trank seinen ersten Kaffee.
Koffein-Ziegen
2. Friedrich der Große setzte Kaffeeschnüffler ein: Friedrich der Große führte ein staatliches Kaffeemonopol für Preußen ein und verhängte 1781 den sogenannten „Brennzwang“. Dieser verbot Privatleuten, Kaffeebohnen zu besitzen oder zu rösten. Zur Kontrolle, dass Kaffee nur in den royalen Röstereien gebrannt wird, setzte Friedrich der Große im gesamten Land „Kaffeeschnüffler“ ein, die am charakteristischen Geruch des gerösteten Kaffees ungehorsame Bürger entlarven sollten.
Kaffee-Stasi
3. Kaffeetrinken war Spiegel der Gesellschaftsschicht: Im 18. Jahrhundert war es in feinen Kreisen noch üblich, den Kaffee aus der Untertasse zu schlürfen, damit er schneller abkühlte. Der zu heiße Kaffee hätte nämlich die empfindliche Schminke der Herrschaften zerlaufen lassen. Arbeiter- und Bauernfamilien dagegen hatten in der Regel kein Kaffeegeschirr. Sie löffelten ihren Kaffee stattdessen vom Suppenteller.
Kaffee ohne Tasse
4. Kaffee (arabisch: „Quahwa“) ist der „Wein des Orients“: Mitte des 15. Jahrhunderts trank man in Arabien mit Vorliebe „Quahwa“, den „Wein des Orients“. Der anregende Kaffee war im Koran nicht verboten, im Gegensatz zum alkoholhaltigen Wein. Über die Städte Mekka und Medina gelangte der Kaffee dann nach Kairo und Kleinasien und von dort aus eroberte er Syrien und schließlich Europa.
Orientalischer Wein
5. Kaffee war ursprünglich ein Heilmittel: Ursprungsland für den Anbau von Kaffee ist Äthiopien. Bis ins 12./13. Jahrhundert wurden die wertvollen Bohnen hauptsächlich zu Heilzwecken angebaut, erst danach wurde Kaffee auch zum Genussmittel.
Gesunder Kaffee
6. Die Industrialisierung wäre ohne Kaffee undenkbar gewesen: Kaffee hat in Deutschland und in Großbritannien die Industrialisierung vorangetrieben. Gab es im 17. Jahrhundert noch Biersuppe oder sogar Wein zum Frühstück, kam bald am Morgen Kaffee auf den Tisch. Statt träge und müde zu sein, gingen die Arbeiter von da an hellwach in die Fabriken, was die Produktivität erheblich verbesserte.
Wirtschaftsmotor Kaffee
7. Die Französische Revolution entflammte in einem Kaffeehaus. Im Juli 1789 sprang der französische Journalist Camille Desmoulins im Palais Royal Café in Paris auf einen Tisch und forderte die Anwesenden auf, gegen die Aristokratie und für „Freiheit und Gleichheit“ zu kämpfen.
Kaffee-Revolution
8. Die arabische Welt hatte lange ein Handelsmonopol auf Kaffee: So wurden die rohen Bohnen mit heißem Wasser übergossen, damit sie nicht keimen konnten und keiner der Handelspartner in der Lage war, eigenen Kaffee anzubauen. Im 16. und 17. Jahrhundert klauten Niederländer aber Kaffeepflanzen und bauten sie in ihren Kolonien an. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde Kaffee dann rund um den Erdball angebaut und war weltweit zu einem bedeutenden Handelsgut geworden.
Kaffee-Kartell
9. Dank Goethe wurde das Koffein entdeckt: Johann Wolfgang von Goethe riet seinem Bekannten, dem Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge, Kaffeebohnen zu destillieren. Dieser entdeckte daraufhin das Koffein.
Kaffee - ein Gedicht
10. In der DDR war Kaffeeersatz als „Erichs Dröhnung“ verschrien: In der DDR war reiner Röstkaffee schier unerschwinglich. Die Parteiführung führte schließlich einen Kaffeemix aus Kaffee und Getreide, Zuckerrüben und Erbsen ein. Dieser Kaffeeersatz schmeckte den Bürgern überhaupt nicht und wurde in Anlehnung an westdeutsche Produkte als „Erichs Dröhnung“ verschmäht.
Nur wo Kaffee draufsteht, ...