04.09.2012
Bremen

Polizei hat Parkhaus-Mörder identifiziert

Der Täter ist identifiziert, die Tatwaffe gefunden und das Motiv etwas klarer. Gefasst ist der Verdächtigen allerdings noch nicht.

Es handelt es sich um 20-jährigen Bremer, der als Putzkraft in einem Unternehmen arbeitet. Der Verdächtige befindet sich immer noch auf der Flucht. "Wir haben gute Kontakte und gehen davon aus, dass sich die Person noch diese Woche stellen wird", sagte der Leiter der Mordkommission, Helmut Mojen, auf einer Pressekonferenz. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Mordes beantragt.

Hintergrund: "Eine persönliche geschäftliche Beziehung"

Der junge Mann soll am Samstagnachmittag einen Reiseveranstalter in dem Parkhaus in der Innenstadt niedergeschossen haben. Das Opfer starb kurz darauf im Krankenhaus. Zum Motiv wollten sich die Fahnder aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. "Wir wissen, dass es eine Beziehung zu dem Opfer gab", sagte Mojen. Dabei handele es sich um eine "persönliche geschäftliche Beziehung". Mehr wollte der Chef der 15-köpfigen Mordkommission dazu aber nicht sagen.

Mord in Bremen Dass der Täter sein Opfer ausrauben wollte, schließen die Ermittler inzwischen aus. Der 46 Jahre alte Reiskaufmann hatte Bargeld in vierstelliger Höhe und teure Einkäufe bei sich, als die Schüsse fielen. Auch einen Auftragsmord halten Mojen und seine Kollegen für unwahrscheinlich. Zeugen, die dem Verdächtigen nahe stehen, hätten den entscheidenden Tipp gegeben.

Tatwaffe sichergestellt

Am Dienstagmorgen konnte die Polizei außerdem die Tatwaffe und die Kleidung des Verdächtigen sicherstellen. Der junge Mann hatte die Pistole mit Schalldämpfer, einen weißen Pullover, eine Umhängetasche und eine schwarze Baseballkappe in einem Glascontainer an der Kneipenmeile Schlachte entsorgt, mehrere hundert Meter vom Tatort entfernt. Ein Mitarbeiter der Entsorgungsfirma entdeckte die wichtigen Beweise beim Entleeren und übergab sie den Ermittlern. Die Überwachungskamera des Parkhauses hatte den Täter am Samstag gefilmt. Die Bilder zeigen ihn in genau der Kleidung, die jetzt gefunden wurde.

Frühere Ermittlungen gegen Mordopfer wegen Betrügereien

Der Verdächtige kommt ursprünglich aus Bremerhaven. Dort hatte er eine Gesamtschule besucht und war Anfang des Jahres nach Bremen umgezogen. Er ist bereits einmal wegen leichter Körperverletzung bei der Polizei aufgefallen, hat sich ansonsten aber nichts zuschulden kommen lassen. Auch das Opfer war den Ermittlern schon bekannt. Der 46-Jährige hatte überregional Kaffeefahrten organisiert. In der Vergangenheit wurde nach Angaben von Weber wegen Betrügereien gegen ihn ermittelt.

Fotos: dpa / Polizei

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