01.08.2012
Salzgitter

Gutachten: Atom-Transporte in Schacht Konrad nicht sicher

Transporte mit radioaktivem Abfall zum Endlager Schacht Konrad könnten die Bevölkerung gefährden. Das sagt eine Studie, die die Stadt Salzgitter in Auftrag gegeben hat. Das zuständige Bundesamt reagiert dennoch gelassen.

Künftige Atommüll-Transporte zum Endlager Schacht Konrad bei Salzgitter könnten nach Ansicht von Experten die Sicherheit der Bevölkerung gefährden. Das teilte die Stadt Salzgitterunter Verweis auf das Gutachterbüro intac mit. Dieses hatte im Auftrag der Stadt die von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) angefertigte Transportstudie überprüft. In dem Gutachten werden vier Kernpunkte bemängelt: So würden weder "realistische radiologische Bedingungen", noch der "schlimmste anzunehmende Fall" berücksichtigt. Auch die mögliche Strahlenbelastung für die Bevölkerung werde falsch eingeschätzt.

Bundesamt will "sorgfältig prüfen"

Das zuständige Bundesamt für Strahlenschutz reagierte gelassen. "Die Stadt Salzgitter kümmert sich um das Wohl seiner Bürgerinnen und Bürger – das ist auch unser Anliegen", sagte ein Sprecher. Die Frage der Transporte richte sich in erster Linie an die Abfalleigentümer und die Abfallanlieferer. "Als Betreiber des Endlagers sehen wir uns aber selbstverständlich in der Pflicht, allen Fragen der Sicherheit nachzugehen." Das BfS werde daher die Stellungnahme der Stadt "sorgfältig prüfen", sobald diese vorliege.

Die GRS hatte mögliche Auswirkungen von Atomtransporten zum Schacht Konrad untersucht und bewertet. Damit sollten Bedenken von Anwohnern entkräftet werden. Im Gegensatz zu intac war die GRS zu dem Schluss gekommen, dass die Transporte keine relevanten radiologischen Risiko für Mensch und Umwelt führen.

Erster Atommüll kommt in sieben Jahren

2019 soll der erste Atommüll eingelagert werden. Konrad wird auch immer wieder als mögliche neue Lagerstätte der 126 000 Fässer mit Atommüll genannt, die im maroden Endlager Asse liegen. Die beiden Bergwerke liegen nur etwa 30 Kilometer auseinander. Konrad ist das einzige nach Atomrecht genehmigte Endlager. Die Stadt Salzgitter lehnt die Inbetriebnahme des Schachts Konrad als Endlager für radioaktive Abfälle kategorisch ab. Gegen den dann ergangenen Planfeststellungsbeschluss hat die Stadt Salzgitter durch alle Instanzen geklagt.

Foto: dpa

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