06.07.2012
BREMERHAVEN

Streit um rote Haustür

Die Farbe einer Haustür ist Geschmackssache - und darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten. In der Bremerhavener Bürgerpark-Siedlung ist das anders. Dort sorgt eine rote Haustür seit einiger Zeit für Ärger.

In Bremerhaven ist man stolz auf die Bürgerpark-Siedlung. Schließlich ist das liebevoll gepflegte Wohngebiet aus den 50er Jahren preisgekrönt. Doch seit einiger Zeit sorgt eine rote Haustür für Wirbel. Das Bauordnungsamt fordert, dass der Besitzer die Farbe ändert, weil diese gegen Vorschriften verstößt. Doch das sieht Hauseigentümer Ralph Komoreck anders und legte Widerspruch ein. Seit mehr als einem Jahr beschäftigt der Streit jetzt schon die Behörden.

Naturholzfarben sind erlaubt

Streit um rote Haustür "Das ist die einzige Siedlung in Bremerhaven, für die wir eine Gestaltungssatzung haben", sagt Baudezernent Volker Holm. Die Siedlung ist nach einem im Mai 1998 beschlossenen Ortsgesetz ein "städtebauliches Zeitdokument", deren Stil erhalten bleiben soll. Seither regeln Vorschriften, wie Haus, Vorgärten und Garagen auszusehen haben. So dürfen verputzte Hauswände nur in hellen Tönen gestrichen werden, Zäune und Hecken eine bestimmte Höhe nicht überschreiten. Auch für Haustüren gibt es klare Regeln: entweder Weiß oder Naturholzfarben.

Ende Juli droht ein Bußgeld

Das alles war Komoreck bekannt, als er vor zwei Jahren die rote Tür einbauen ließ. Für ihn steht aber fest: Sie ist Naturholzfarben. "Ich hatte das extra von der Firma überprüfen lassen. Der Farbton kann in tropischen Hölzern vorkommen." Das Bauordnungsamt wollte das nicht akzeptieren. "Man hat das damit begründet, dass bei der Satzung an nordische Hölzer gedacht wurde und nicht an tropische", erläutert Komoreck. So explizit steht das in dem Regelwerk jedoch nicht drin.

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Seitdem gehen die Briefe hin und her. Baudezernent Holm will sich zu dem Streit um die rote Tür nicht direkt äußern. Für ihn ist die Angelegenheit aber klar. Bei einem Verstoß gegen die Satzung muss das Bauordnungsamt einschreiten - was seit 1998 wiederholt vorkam. Für Komoreck wird es langsam eng. Bis Ende des Monats hat der 62-Jährige noch Zeit, die Farbe seiner Haustür zu ändern. Danach droht ihm ein Bußgeld von mindestens 500 Euro. "Irgendwas werden wir unternehmen." Ob neuer Lack oder Folie - das ist noch offen. Die Farbe haben er und seine Frau schon ausgesucht: Braun.

Fotos: dpa

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