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Unwort des Jahres

"Volksverräter" ist das Unwort des Jahres 2016

Heute wurde das "Unwort des Jahres 2016" verkündet. Zu den Favoriten gehörten ebenfalls "Umvolkung" und "Rapefugee". Letzteres ist eine Kombination aus "Rape" (Vergewaltigung) und "Refugee" (Flüchtling).


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 (Foto: picture alliance / Boris Roessle)

"Volksverräter" wurde aus den insgesamt 1064 Einsendungen mit 594 verschiedenen Vorschlägen zum Unwort des Jahres 2016 gewählt. Unter ihnen waren auch die Schlagwörter "Nafri", im Polizeijargon für "nordafrikanischer Intensivtäter" verwendet, außerdem "Fake News" für absichtliche Falschinformationen. Im Jahr 2015 hatte es 1644 Einsendungen gegeben, deutlich mehr als in den Jahren zuvor.

Darum ist es Unwort des Jahres 2016

"Volksverräter ist ein Unwort im Sinne unserer Kriterien, weil es ein typisches Erbe von Diktaturen, unter anderem der Nationalsozialisten ist. Als Vorwurf gegenüber PolitikerInnen ist das Wort in einer Weise undifferenziert unddiffamierend, dass ein solcher Sprachgebrauch das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft abwürgt." erklärt die Sprecherin der unabhängigen Jury Prof. Dr. Nina Janich.

Thema Flüchtlingsdebatte

Auffällig ist, dass wieder viele Vorschläge ihren Ursprung in der Flüchtlingsdebatte haben. Von den etwa 20 Schlagwörtern in der engeren Diskussion hätten etwa drei Viertel mit dem Thema zu tun, sagte die Sprecherin der Jury, die Darmstädter Sprachwissenschaftlerin Nina Janich (48). 2015 wurde das Wort "Gutmensch" zum Unwort des Jahres gewählt, das häufig von Rechtspopulisten verwendet wurde.

"Unwort" seit 1991

Das Unwort des Jahres wird von einer Jury aus Sprachwissenschaftlern und Journalisten mit Sitz in Darmstadt gewählt. Die "Unwort" - Aktion gibt es seit 1991 und soll für Sprache und deren Gebrauch sensibilisieren. Sie soll auf unangemessene und inhumane Formulierungen im alltäglichen Sprachgebrauch aufmerksam machen. Das Unwort des Jahres 2014 war "Lügenpresse", 2013 wurde das Wort "Sozialtourismus" zum Unwort des Jahres gewählt.

Das sind die Unworte der letzten 10 Jahre

  • 2015: Gutmensch
  • 2014: Lügenpresse
  • 2013: Sozialtourismus
  • 2012: Opfer-Abo
  • 2011: Döner-Morde
  • 2010: Alternativlos
  • 2009: Betriebsratsverseucht
  • 2008: Notleidende Banken
  • 2007: Herdprämie
  • 2006: Freiwillige Ausreise